Herausgeber dieser 1924 entstandenen Postkarte von Niemegk war die Graphische Verlagsanstalt G.m.b.H. in Dresden Blasewitz. Die Ansicht, ein Sammlerstück welches nicht mit der Post befördert wurde, trägt zusätzlich rot gedruckt eine Datumsangabe. An der Stelle, die für die Briefmarke vorgesehen war, steht 21. April 24. Diese Angabe könnte für den Tag der Fotoaufnahme stehen.

Niemegker Post in der rechten Bildhälfte

Das in der rechten Bildhälfte abgelichtete zweistöckige Haus beherbergte damals die Niemegker Post. 1888 war das mit waagerechten Mauer- und roten Ziegelsteinstreifen markante Gebäude erbaut worden. Im Erdgeschoss befanden sich die Diensträume - wo die Postsachen abgestempelt wurden -  im Obergeschoss die Wohnung des Postmeisters. Und was schrieb man einst aus Niemegk?

Johanna Polzin erhielt von ihren Eltern einen Sonntagsgruß

Johanna Polzin, in Rügenwalde wohnhaft, erhielt im September 1934 von ihren in Niemegk lebenden Eltern einen „Sonntagsgruß“. Sie schrieben ihr: „Liebe Hanna! Den Korb behalt nur da, weil seine Rücksendung mehr kostet als eine Neuanfertigung (1,80 Mark). Ich war soeben noch auf dem Bahnhof um Erkundigungen einzuholen. Mehrere kosten soviel wie einer. Wir hätten euch sonst noch einen Korb voll Äpfel schicken können, so aber lohnt es sich nicht. Die Birnen waren noch etwas hart, so müsst ihr sie noch etwas liegen lassen. Mit Tante Li. waren wir schon in den Rummeln, nach dem Rabenstein, Treuenbrietzen und heute nach Dahnsdorf. Unsere Himbeeren tragen jetzt das zweite Mal, die Brombeeren sind auch reif. Gurken und Kartoffeln sind abgeerntet.“

Einst und jetzt



Foto/Sammlung/Text: