In der Nacht vom 28. zum 29. Juli des Jahres 1851 brannten in Benken die Wirtschaften des Kossäthen und Schulzen Benke sowie des Kossäthen Uebe vollständig nieder. Der „Belziger Stadt- und Landbote“ berichtete wenige Tage danach über das Unglück. Während Benke in der Brandnacht noch sein Vieh aus dem Stall retten konnte, verlor der Kossäth Uebe vier Ochsen, eine Kuh, zwei Kälber, zwei Schweine und sämtliches Federvieh. Weiter heißt es, dass „beide mit ihren Familien nur das nackte Leben“ retten konnten.

Landrat von Tschirschky nahm sich der Not der Abgebrannten an

Die Nachricht des verheerenden Brandunglücks erreichte auch Landrat von Tschirschky. Er nahm sich der Not der Abgebrannten an und bat die Kreiseingessenen über den „Stadt- und Landboten“ um Unterstützung. In seinem Aufruf heißt es: „Die Armuth des Dorfes Benken ist allgemein bekannt und verschiedene Unglücksfälle, wohin auch zweimaliger Hagelschlag in den beiden letzten Jahren gehört, haben dieselbe auf einen hohen Grad gesteigert. Die beiden Abgebrannten können also auf die Hülfe ihrer Mitbewohner nicht rechnen, ihre Wiederaufbauhülfe muss vielmehr der regen Theilnahme und dem Mitleid eines weiten Kreises empfohlen werden. Ich wende mich daher zunächst an die Eingesessenen des Belziger Distrikts mit der dringenden Bitte um milde Beiträge für Ihre verunglückten Landsleute und hoffe um so mehr auf eine reichliche Teilnahme für diese Noth, als mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, dass das Feuer einer Frevelhand seine Entstehung dankt und die Verunglückten daran völlig außer Schuld sind.“

Landrat bat um Naturalien und Geldspenden

Der Landrat bat, „Gaben an Naturalien aller Art“ den Abgebrannten direkt zu überbringen und/oder Geldbeträge „nach eigener Bestimmung“ an die betroffenen Familien zu überweisen. Gleichzeitig bot sich der Landrat an, Geldspenden auch persönlich entgegenzunehmen - um sie später unter den Familien „nach der Größe ihres Verlustes“ zu verteilen.
Es dauerte nicht lang und die ersten Spenden gingen ein. So wurden zum Beispiel in Jeserig bei Treuenbrietzen 1 Thaler und 10 Silbergroschen für die Abgebrannten von Benken gesammelt. In Borne weitere 6 Thaler, in Fredersdorf 7 Thaler und 11 Silbergroschen, in Lütte 4 Thaler und 8 Silbergroschen, in Linthe 8 Thaler, 1 Silbergroschen und 3 Pfennige, in Kuhlowitz 4 Thaler und 6 Pfennige, in Haseloff 1 Thaler, in Baitz 4 Thaler und in Wiesenburg 2 Thaler, 2 Silbergroschen und 6 Pfennige.

Spenden wurden im September 1851 an die Abgebrannten verteilt

Am 20. September 1851 machte sich der Landrat daran, die entgegengenommenen Spenden unter den Abgebrannten zu verteilen. An den Kossäthen Uebe, welcher außer dem gesamten Viehbestand auch das Mobiliar verloren hatte, übergab er 53 Thaler. An den Schulzen Benke, der seinen gesamten Hausrat in den Flammen verloren hatte, 30 Thaler, 4 Silbergroschen und 9 Pfennige. Die Schwester des Kossäthen Uebe, der Dienstmagd Friedericke Uebe, „welcher die aus dem elterlichen Nachlasse erhaltenen, bei ihrem Bruder aufbewahrten Betten verbrannt“ waren, erhielt zur Widerbeschaffung derselben 6 Thaler.
60 Jahre danach, am 22. Juni 1912, wurde der „Spritzenverband Benken“ gegründet. Zu den ersten „Löschdienstpflichtigen“ gehörten mit Friedrich Benke sowie Otto und Hermann Übe Nachfahren der Abgebrannten von 1851.