„Zur Erinnerung an das Bezirkstreffen ‘Junger Geflügelzüchter’ am 30. und 31. März 1961 in Belzig“, heißt es auf einer alten Fotografie, die Tierarzt Volker Stötzer dieser Tage in die Hände fiel. Darunter steht in fein säuberlicher Handschrift der Name „Monika Horn“. Komplettiert wird die Aufschrift der fast 60 Jahre alten Fotografie durch den Stempelaufdruck „Pionierfreundschaft ‘Bruno Kühn’ Belzig“.

Volker Stötzer schwelgt in Kindheitserinnerungen

Mit der alten Ansicht sind für den über Jahrzehnte in Belzig wirkenden Tierarzt Volker Stötzer Erinnerungen an seine Kindheit verbunden. In Kloster Zinna bei Jüterbog zur Schule gehend, gehörte er einer dort ebenfalls existierenden Arbeitsgemeinschaft der „Jungen Geflügelzüchter“ an - über die er 1961 zum Bezirkstreffen nach Belzig kam.
Dasselbe fand, so erinnert sich der 71-Jährige, nicht in der Kernstadt, sondern in Wenddoche unweit von Schwanebeck statt. Zur Erinnerung erhielten die Teilnehmer wiederum eine Fotografie.

Die Fotokiste überdauert die Jahrzehnte

Volker Stötzer legte dieselbe irgendwann in seine „Fotokiste“ - dort überdauerte sie die Jahrzehnte. Nach der Schule ging er zum Studium und zog danach nach Bad Belzig, damals noch nur Belzig. Die Fotokiste war bei jedem Umzug dabei - jetzt, im Ruhestand, war Zeit, darin zu stöbern. Dabei kam es, wie es kommen musste. Die alte Aufnahme vom Bezirkstreffen der „Jungen Geflügelzüchter“ im März 1961 ließ ihn nicht mehr los. „Ich würde schon gerne wissen, wer die drei Schüler auf dem Foto sind. Wer Monika Horn war und vor allem, was aus ihnen geworden ist“, so Volker Stötzer. Er ergänzt: „Wenn ich jetzt nicht versuche, das herauszubekommen, wann dann.“
Er hofft, dass die Fotografie ein Anknüpfungspunkt ist und dass Teilnehmer des Treffens oder Nachwuchsgeflügelzüchter von damals sich daran erinnern und Kontakt aufnehmen. Denn viel zu erzählen, dürfte es allemal geben.

Schon der Kindheit war der Tierarzt ein großer Tierfreund

„Ich hatte mich schon immer für Tiere interessiert“, so der 71-Jährige weiter. Nach der Einschulung 1956 ergab sich für ihn alsbald die Möglichkeit, in genannter Arbeitsgemeinschaft an seiner damaligen Schule mitzuarbeiten. Unter Anleitung eines jungen Mannes, der im VEG (Volkseigenes Gut) Kaltenhausen eine Berufsausbildung mit Abitur absolvierte, wurden die Schüler mit der Geflügelzucht vertraut gemacht. Auf dem Gut in Kaltenhausen waren auch die Küken eingestallt, die von den Schülern der Arbeitsgemeinschaft versorgt werden mussten und zu Masthähnchen aufgezogen wurden. Die Kinder wurden dabei in alle Arbeiten einbezogen und  mussten nicht nur Brennnesseln zur Fütterung sammeln.

Treffen „Junger Geflügelzüchter“ in Belzig und Geflügelzüchterkonferenz

Wenn in Belzig beziehungsweise in Wenddoche das Bezirkstreffen „Junger Geflügelzüchter“ stattfand, dürfte es auch an der damaligen Bruno-Kühn-Schule eine solche Arbeitsgemeinschaft gegeben haben, an die sich der eine oder andere noch erinnert. In diesem Zusammenhang auch interessant ist, dass zeitgleich mit dem Treffen des Nachwuchses in Wenddoche in Belzig eine Geflügelzüchterkonferenz stattfand.
In diesem Zusammenhang könnte auch in Vergessenheit geratenes Wissen um das alte Obstgut Wenddoche - in den 1960er Jahren befand sich dort ein Ferienlager, in dem die Teilnehmer des Treffens übernachtet haben - aufgeschrieben werden.
Wer sich mit Dipl. Vet.-med. Volker Stötzer über das Bezirkstreffen „Junger Geflügelzüchter“ austauschen möchte oder Informationen darüber hat, wird gebeten, Kontakt über Bärbel Kraemer von der Geschichtswerkstatt Belzig e.V. aufzunehmen (Tel. 033841/31316 oder geschichtswerkstatt-kraemer@web.de).