Am 4. Juni 1888 verfasste der Belziger Superintendent Karl Eduard Wilhelm Meyer ein Schreiben, dass ausgewählten Menschen in Bad Belzig zuging. Er lud mit dem Papier zur Gründung eines neuen Vereins ein. Am 7. Juni sollte dieselbe im Wohlhauptsche Lokal vollzogen werden. Ziel und Zweck des neuen Vereins waren die Förderung des religiösen und kirchlichen Lebens in der Pfarrgemeinde Belzig.

Eingeladene Gäste

Zu den eingeladenen Herren gehörte der Stadtkämmerer Carl Gems. In der an Gems gerichteten Einladung heißt es, dass er - so es möglich ist - den einen oder anderen „persönlichen Freunde und Bekannten, an die etwa eine Einladung nicht sollte ergangen sein“, zur Vereinsgründung mitbringen könne.

Vorhandenen Einrichtungen pflegen und neue treffen

Der Einladung lag die vom Superintendent Meyer entworfene Satzung bei. Darin heißt es: „Der Zweck des Vereins ist durch seinen Namen hinlänglich bezeichnet. Zur Erreichung dieses Zwecks wird der Verein alle schon vorhandenen Einrichtungen pflegen und neue treffen, die geeignet sind, demselben zu dienen. Mitglied des Vereins wird jedes unbescholtene konfirmierte Glied der Pfarrgemeinde Belzig, dass seinen Beitritt erklärt und sich verpflichtet, einen Beitrag von wenigstens ...Pfennig vierteljährlich zur Kasse derselben zu zahlen.

Geschenke und Gaben

Geschenke und Gaben für den Verein werden auch von solchen Personen dankbar angenommen, die nicht Mitglieder desselben sind. Der Vorstand des Vereins besteht aus einem Vorsitzenden, einem Schriftführer, einem Schatzmeister und einem Stellvertreter jedes desselben, mithin aus sechs Mitgliedern und wird auf drei Jahre gewählt. Jährlich scheiden zwei Mitglieder aus, dürfen aber wieder gewählt werden.

Ausgeschiedene durch Los bestimmt

Wer ausscheidet, wird die beiden ersten Male durchs Los bestimmt. Die Versammlungen des Vereins finden in der Regel monatlich statt und sind nicht öffentlich, auch haben Gäste, besonders solche, die von Vereinsmitgliedern eingeführt werden, Zutritt, wenn nicht ausdrücklich vom Vorstande ein anderes bestimmt ist. Alljährlich findet eine geschlossene Versammlung statt, in welcher über die Tätigkeit des Vereins berichtet, die Jahresrechnung gelegt und die Ergänzungswahl für den Vorstand gezogen wird.“

Vereinsgründung geglückt

Wenige Tage danach war im „Zauch-Belziger Kreisblatt“ zu lesen, dass die Bemühungen des Superintendenten Erfolg hatten, der Verein gegründet werden konnte. „Durch kleine vierteljährlich zu zahlende Beiträge glaubt man die Mittel zu erhalten, jedem Brautpaare bei der Trauung eine Bibel überreichen zu können. Belehrende Vorträge über zeitgemäße humane Bestrebungen, über Abschnitte aus der Kirchengeschichte sc. werden in den monatlichen Versammlungen im Wohlhaupt´schen Konzertsaale stattfinden und ist jeder konfirmierte unbescholtene Bewohner der Gemeinde als Mitglied willkommen. Wenn bei Gründung des Vereins gegen 50 Herren sich als Mitglied einschreiben ließen, steht zu erwarten, daß die Mitgliederzahl immer mehr wachsen wird, was wir dem Verein seines guten Zweckes wegen von Herzen wünschen.“

Wünsche gingen in Erfüllung

Alexander Mallwitz Wunsch - er war der Herausgeber des Kreisblatts - sollte in Erfüllung gehen. In den darauf folgenden Jahren wurde immer wieder über die Tätigkeit des Vereins berichtet - aber auch über Sorgen in der Pfarrgemeinde. So mangelte es mal am fleißigen Besuch der Gottesdienste, mal an der Heiligung der Feiertage.