Was geschah vor 110 Jahren in der Region? Das „Zauch-Belziger Kreisblatt“ berichtet im Oktober 1910 aus Baitz: „Die hiesige Gemeinde beabsichtigt, anstelle des abgebrochenen alten Spritzenhauses ein neues zu erbauen. Der Neubau wird in dem am Baitzer Bach befindlichen Elsenbusch an der Straße von Trebitz her zu stehen kommen. Das Gebäude wird zwei Räume erhalten, je einen zur Unterbringung der Feuerspritze und zur Aufbewahrung der Wassergefäße und sonstigen Gerätschaften. Die Ausführung der Bauarbeiten ist dem Zimmermeister Hofmeister in Lütte überbraten. Der Bauplatz im Elsenwäldchen ist trefflich gewählt; das Häuschen, welches einen turmartigen Aufbau und überhängende Dächer erhält, wird den Eindruck einer kleinen Kapelle machen.“

Luisenlinden vieler Orten in die Erde gebracht

Zum Andenken an den 100. Todestag der Königin Luise pflanzten die beiden Belziger Kriegervereine eine Luisenlinde. Die Feier wurde durch einen gemeinschaftlichen Kirchgang beider Kriegervereine eingeleitet. Nach Beendigung des Gottesdienstes marschierten die Vereine unter Musikbegleitung zum Turnplatz, wo Rektor Quade die Weiherede hielt. „Nachdem die Linde gepflanzt und durch Herrn Rektor Quade der Stadtverwaltung übergeben ist, marschieren die Vereine zunächst nach dem Schützenhause und sodann zum Viktoriagarten.“

Kriegerverein Mörz

Der Kriegerverein Mörz pflanzte eine Luisenlinde in Locktow. „Am Vormittag 10 Uhr fand ein gemeinsamer Kirchgang in Mörz statt und nach der Feier ließ sich der Mörzer Kriegerverein durch Herrn Zernsdorf in Belzig fotografieren. Am Abend wurde der gesellschaftlichen Seite des Festtages Rechnung getragen. Bei Herrn Bergemann in Mörz war Ball.“

Feierlicher Akt in Wiesenbubrg

Eine weitere Luisenlinde wurde in Wiesenburg gepflanzt. „Der Baum war ein Geschenk der Frau Gräfin von Fürstenstein, welcher Dame sich unser Kriegerverein schon so oft zu heißem Danke verpflichtet gefühlt hat. Ganz Wiesenburg war fast vertreten, dem feierlichen Akt beizuwohnen. Auf Einladung des Vereins hin nahmen sämtliche Vereine, Schulen und Gemeindevertretung daran teil.“
Ferner pflanzten die Kriegervereine aus Brachwitz, Buchholz, Deutsch-Bork, Nichel, Schlalach, Wittbrietzen und Linthe in den jeweiligen Orten zur Erinnerung an die vor 100 Jahren gestorbene Königin Luisen Lindenbäume.

Wilddiebe bringen Unheil

Wilddiebe trieben in Niemegk und Umgebung ihr Unwesen. Mühlenbesitzer Hasselberg von der Comthurmühle fand in der Feldmark Altdorf ein Reh, das zwar noch lebte, aber zum Skelett abgemagert war. „Bei näherer Untersuchung entdeckte man, dass das Tier eine starke Drahtschlinge um den Hals hatte. Das Reh hatte sich in einer von Wilddieben aufgestellten Schlinge gefangen. Durch Aufbietung aller Kraft war es dem Reh gelungen, den an zwei Bäumen befestigten Draht zu zerreißen. Doch hatte sich dadurch auch die Schlinge so fest zugezogen, dass der Kehlkopf des armen Tieres zugedrückt wurde und es keine Nahrung mehr zu sich nehmen konnte. Der Jagdpächter, Herr Tüllmann von hier, welcher sofort benachrichtigt worden ist, ließ das Tier mit einem Wagen nach Hause holen, um es durch gute Pflege am Leben zu erhalten, doch es starb bereits auf dem Transport nach hier.“

Belohnung für Diebe ausgesetzt

Nach einer Reihe von Diebstählen sah sich die Betriebsleitung der Brandenburgischen Städtebahn zu diesem Inserat genötigt: „100 Mark Belohnung erhält derjenige, der uns über die Täter welche die in der letzten Zeit auf unseren Stationen Lütte, Dippmannsdorf-Ragösen und Brandenburg-Neustadt erfolgten Einbrüche verübt haben, solche genauen Angaben macht, daß aufgrund derselben die Täter ergriffen und der gerichtlichen Bestrafung zugeführt werden können.“

Apotheke in Brück freigegeben

Der in Brück ansässige Apotheker Paul Jüttner gab bekannt: „Die für die Stadt Brück und Umgebung von der Königlichen Regierung konzessionierte Apotheke ist nach erfolgter amtlicher Besichtigung für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Die Apotheke befindet sich im Bertnerschen Hause, Eisenbahnstraße 49.“

Teich zur Gewinnung von Eis

Dieses Bauprojekt sollte in Belzig verwirklicht werden: „Bierverleger Wesenburg legt in der Wiese an der Brandenburger Chaussee an der Stelle, wo der Weg an der Badeanstalt vorüber nach dem Heilstättenweg führt, einen Teich zur Gewinnung von Eis an.“

Verkaufsaktion auf Rittergut Schmerwitz

Auf dem Rittergut in Schmerwitz fand wiederum eine Verkaufsauktion statt. Öffentlich meistbietend und gegen sofortige Barzahlung standen unter anderem ein gut erhaltener Flügel der Firma Henry Herz Paris, ein Gewehrschrank mit Geweihverzierung, fünf teilweise noch vollkommen neue Koks Füllöfen, ein gut erhaltener Omnibus für acht Personen, ein gut erhaltener Jagdwagen, ein weißer Ziegenbock eine rothaarige Bracke (Hündin) zum Verkauf.