Was geschah vor 110 Jahren in der Region? Das „Zauch-Belziger Kreisblatt“ berichtet im April 1911, dass mit Beginn des Frühjahrs die Melioration der Landschaftswiesen fortgesetzt wurde. Der Brücker Bürgermeister Friedrich, der zudem Vorsteher der Landschaftswiesen-Meliorationsgenossenschaft war, gab bekannt: „Die Wege rechts und links neben dem großen Kanal in den Landschaftswiesen zwischen der Plane und dem Baitzer Bach sind zwecks Einführung der in Angriff genommenen Stichgräben durchstochen und für den Fuhrwerksverkehr bis zum 22. April des Jahres gesperrt.“ Parallel dazu informierte er: „Da bei der projektmäßigen Aufwerfung der Stichgräben in den Wiesenstrichen in den Landschaftswiesen vielfach die Grenzsteine entfernt werden müssen, werden die Wiesenbesitzer gebeten, schleunigst ihre Grenzen anderweit festzulegen.“

Sparkassenbücher mit Denksprüchen animieren zum Sparen

Folgende Ermunterung zum Sparen wurde veröffentlicht: „Eine schöne Sitte kommt mehr und mehr in Aufnahme, nämlich die, Sparkassenbücher mit Denksprüchen zu versehen. Man hat u.a. folgende Sprüche gefunden:  ‚Wer spart, der hat.‘ –  ‚Spare vor der Neige.‘ – ‚Spare, lerne, leiste was; So hast Du, kannst Du, giltst Du was.‘ – ‚Mit Not etwas ersparen / Für Tage größerer Not / Ist besser, als erbetteln / Mit Not ein Stückchen Brot.‘ – ‚Junges Blut, spar´ dein Gut / Armut im Alter wehe tut.‘ Sparkassenbücher, die zu Geburtsfesten, zu Weihnachten oder zu sonstigen Gelegenheiten gestiftet werden, erhalten durch solche Widmungen für ihre Inhaber natürlich besonderen Wert.“

Ein Schwindler zog von Ort zu Ort

Gewarnt wurde vor einem Schwindler, der mit Frau und Tochter, Schwindeleien und Betrügereien verübend, von Ort zu Ort zog. „Sein Haupttrick besteht darin, dass er den Landleuten seine Tochter vermietet, sich den so genannten Mietstaler geben lässt und dann, nachdem er sich auch noch satt gegessen hat, verduftet. Er bedient sich aber auch falscher Namen und gibt sich als Grundstückshändler aus. Gern besucht er Leute, welche ihre Grundstücke verkaufen wollen. Mit diesen vereinbart er den Kaufpreis, tut so, als stände er mit dem Notar in Verbindung und erwarte solchen. Dann bittet er um Logis und erhält es auch, dazu natürlich auch noch die nötige Verpflegung. Die Tochter wurde von den Eltern der Schulpflicht entzogen und, da sie das 14. Lebensjahr vollendet hat, auch der Konfirmation.“

Turnverein „Frisch auf“ lud zur Turnfahrt am Himmelfahrtstage

Der Belziger Turnverein „Frisch auf“ hielt an einer alten Tradition fest. Es wurde beschlossen, „wie alljährlich so auch diesmal am Himmelfahrtstage eine Turnfahrt zu unternehmen.“ Die Tour sollte auf dem Belziger Bahnhof beginnen. Mit der Bahn sollte es nach Wiesenburg gehen und von dort aus zu Fuß nach Niemegk. Die Rückfahrt von Niemegk nach Belzig war „mit dem Dampfross“ geplant. Damit nicht genug. „Auch sollen in nächster Zeit desöfteren Radtouren in die Umgebung Belzigs stattfinden.“
Von kurzer Dauer war das Bestehen des Belziger Altertumsvereins. Vor knapp einem Jahr gegründet, wurde er schon wieder aufgelöst.

Pferdezuchtverein Belzig und Umgebung erwarb Stutfohlen

Der erst kürzlich gegründete Pferdezuchtverein Belzig und Umgebung entfaltete eine rege Tätigkeit. „Es sind bereits neun Stutfohlen (Dänen) zum Ankauf bei der Landwirtschaftskammer bestellt. Auch eine durch diesen Verein in den Gemeinden Schwanebeck und Lütte gegründete Hengsthaltungsgenossenschaft hat den Ankauf eines Hengstes unter Beihilfen des Staates bei der Landwirtschaftskammer beantragt. Der Hengst soll künftig seinen Standort in Schwanebeck erhalten.“
Ein Unglück ereignete sich in Bergholz, wo die 27 Jahre alte Tochter des Hüfners Tiepelmann ein mit Milch gefülltes Fass öffnen wollte. „Als sie den Spund des Fasses gelockert hatte, warfen die infolge Gärung der Milch im Fasse entstandenen Gase denselben in die Höhe. Er flog Fräulein Tiepelmann in das Gesicht und verletzte ihr das eine Auge schwer. Hoffentlich gelingt es das Auge zu erhalten.“