Mit der Verwaltungsreform vom 1. August 1952 wurde der alte Kreis Zauch-Belzig aufgelöst, wobei die Zauche in die Kreise Potsdam-Land und Brandenburg-Land aufgegliedert wurde. Zum, in dieser Folge, neu entstandenen Kreis Belzig gehörten 64 Landgemeinden und drei Städte, in denen rund 42.000 Menschen lebten. In der Kreisstadt Belzig waren etwa 7.200 Menschen zuhause. Die Stadt Brück zählte rund 3.500 und in die Stadt Niemegk knapp 3.100 Bewohner.

Bücherbestand der Kreisbibliothek umfasste im Jahre 1955 etwa 20.000 Bände

Für „geistige Nahrung“ dieser Menschen sorgten unter anderem die Bibliotheken. Der Bücherbestand der Kreisbibliothek, damals mit Sitz in der Straße der Einheit 27 in Belzig, umfasste im Jahre 1955 etwa 20.000 Bände; darunter Romane, Erzählungen, Heimatbücher, Reisebeschreibungen, Fachliteratur aller Gebiete, gesellschaftswissenschaftliche Literatur.
Über die Kreisbibliothek unter Leitung von Jürgen Wende wurden damals auch die Stadtbibliotheken in Brück und Niemegk sowie die im Jahr 1955 schon bestehenden Gemeindebibliotheken in Alt-Bork, Baitz, Benken, Bergholz, Borkheide, Borkwalde, Borne, Brachwitz, Buchholz bei Niemegk, Cammer, Dahnsdorf, Damelang, Dippmannsdorf, Freienthal, Fredersdorf, Garrey, Gömnigk, Görzke, Groß Briesen, Haseloff, Jeserig/Fläming, Jeserigerhütten, Klein Marzehns, Klepzig, Kuhlowitz, Lühnsdorf, Lehnsdorf, Linthe, Lüsse, Lütte, Medewitz, Mörz, Mützdorf, Nichel, Neschholz, Neuehütten, Neuendorf/Brück, Raben, Rädigke, Ragösen, Reetz, Reppincihen, Schlalach, Schlamau, Schwanebeck, Trebitz, Werbig, Wiesenburg und Zixdorf mit Literatur versorgt.

Ausleihzeiten unterschieden sich in den Dörfern

Die Ausleihzeiten in den einzelnen Dörfern waren verschieden und jeweils aus Bekanntmachungen ersichtlich. Untergebracht waren die Bibliotheken in den kleinen Orten zumeist in bescheidenen Räumlichkeiten öffentlicher Gebäude. Nach außen hin kenntlich gemacht wurde die Bibliotheken an den jeweiligen Häuserwänden - über einfache Tafeln.
Die Stadtbibliothek Brück befand sich 1955 wiederum im Sitzungssaal des Rathauses. Bibliotheksleiter war ein gewisser Bruno Müller. Während die Stadtbibliothek Niemegk bereits eigene Räume im Rathaus hatte.
In Belzig - auch das ist spannend und offenbart dass die Kreisbibliothek damals ein Platzproblem hatte - gab es neben dem bereits genannten Sitz in der Straße der Einheit 27, eine extra Abteilung Ausleihe in der Niemegker Straße 8; geleitet durch Wendes Kollegin Elke Köhler.

Erwachsenenliteratur in Belzig zu bestimmten Zeiten auszuleihen

Auch das ist äußerst interessant: Erwachsenenliteratur - erhältlich in der Niemegker Straße - konnte von und ausschließlich Erwachsenen natürlich, jeweils montags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr, dienstags und freitags von 16 bis 19 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 14 Uhr ausgeliehen werden.
Die Ausleihe für Kinderbücher befand sich dagegen im Pionierzimmer der Mädchenschule und war dienstags von 10 bis 12 Uhr und donnerstags von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Erst drei Jahre später war die Ausleihe von Kinderbüchern auch in der Niemegker Straße möglich.