Was geschah vor 110 Jahren in der Region? Das „Zauch-Belziger Kreisblatt“ berichtete im Juli 1911 über ein Feuer in Buchholz bei Niemegk. Das Gehöft des Büdners Friedrich Dannenberg stand in Flammen. Es heißt: „Buchholz hat keine Spritze und gehört zu Lühnsdorf. Diese Spritze ist seit längerer Zeit unbrauchbar, und von anderen Ortschaften war keine Mannschaft mit irgendeinem Löschgerät zur Stelle. Abgebrannt sind Wohnhaus, Stall und Scheune.“

Ponyfuhrwerk des Bahnwärters Kaiser aus Reetz fuhr mit einem Automobil zusammen

In Wiesenburg stieß am Eingang zur Oberförsterei das Ponyfuhrwerk des Bahnwärters Kaiser aus Reetz mit einem Automobil zusammen. Ursache für den Zusammenstoß war das Scheuen des Ponys. Das Unglück hatte keine Folgen. Der Insasse des Fuhrwerks erlitt beim Herausfliegen aus dem Wagen lediglich einige Hautabschürfungen.
Seltenes Jagdglück war dem Jagdaufseher Moritz in Schwanebeck hold. Er erlegte im Jagdrevier des Kaufmanns Fritz Friedrich auf der Burgsdorfer Platte in der Nähe der Rietscher Rummel einen Rehbock und unmittelbar darauf vom gleichen Stand aus einen starken Keiler.

Katze in Kronleuchter, Lampen explodierten, brennendes Petroleum

Grober Unfug hätte in Lehnsdorf in einem Unglück enden können. Wir lesen, was beim Hahnreiten geschah: „Zur Unterhaltung des Publikums wurden von der Dorfjugend verschiedene gute Scherze gemacht, die mit Beifall aufgenommen wurden. Einen schlechten Scherz erlaubte sich aber abends beim Tanz ein junger Mann. Er warf mit ziemlicher Kraftaufwendung eine lebende Katze in den Saal. Das Tier flog in den Kronenleuchter, wodurch die Lampen explodierten und das brennende Petroleum sich auf die Dielen ergoss, die dann auch anbrannten. Hilfsbereite Menschen erstickten schnell die Flammen. Als ein Glück ist es zu bezeichnen, dass gerade Tanzpause war, als der junge Mann diesen Scherz ausführte; denn unabsehbares Unglück hätte passieren können, wenn das brennende Petroleum sich auf die leicht gekleideten Tänzerinnen und Tänzer ergossen hätte.“

Gewitter zog in Belzig eine Spur der Verwüstung nach sich

Ein schweres Gewitter zog über Belzig und Umgebung und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Ein Blitz fuhr in die Feldscheune der Schäferei Stollenberg, die zur Pachtung des Rittergutes Hagelberg gehörte, und zündete. „Bald aufsteigende dichte Rauchmassen zeigten uns, dass der Blitz nur allzu reiche Nahrung gefunden hatte, und so vernichtete mit der zirka 60 Meter langen Scheune das Feuer 2000 Mandeln Roggen, 200 Mandeln Gerste und 600 Zentner lagerndes Stroh. Außer einigen Utensilien verbrannten Leitern und neue Leinwandplanen mit.“ Ein mit Getreide beladener Wagen konnte gerettet werden. Es gelang, das Gespann ungefährdet wieder ins Freie zu bringen. Von den Wehren der umliegenden Orte war Borne erschienen.

Scheune des Mühlenbesitzers Richard Kettmann in Lüsse brannte nieder

In Lüsse entzündete ein Blitzstrahl die am Mörzer Weg gelegene Scheune des Mühlenbesitzers Richard Kettmann. „Die Scheune war größtenteils mit Getreide und Heu gefüllt. Auf dem Scheunenflur stand ein Erntewagen mit Gerste. Alles wurde ein Raub der Flammen. Der Schaden ist zum größten Teil durch Versicherung gedeckt.“
Glück im Unglück hatte Gustav Stolze aus der Steinstraße in Belzig. Der Arbeiter war hinter dem Schützenhaus in der Weitzgrunder Straße mit dem Laden einer Fuhre Bausand beschäftigt. „Dabei brach eine Erdscholle hernieder und verschüttete den Stolze bis an die Schultern, sodass ihn der Arbeiter Korn herausschaufeln musste.“