Was geschah vor 110 Jahren in der Region? Das „Zauch-Belziger Kreisblatt“ informiert im Mai 1911, dass der Königliche Landrat von Tschirschky seinen Urlaub angetreten hat. Die Amtsgeschäfte übernahm Freiherr von Oppen von Huldenberg auf Fredersdorf. Sämtliche Verordnungen und Bekanntmachungen aus dem Kreishaus wurden fortan unter seinem Namen veröffentlicht. Als erstes die Mitteilung, dass auf der Potsdam-Wittenberger Provinzialchaussee und auf der Treuenbrietzen-Jüterboger Chaussee vom 6. Mai bis 30. Juni die Dampfwalze mit dem Festwalzen der Neuschüttungen tätig sein wird.

Damelanger in Trauer um Hegemeister

Aus Damelang wurde gemeldet: „Der plötzliche und unerwartete Tod des Königlichen Hegemeisters Rudolf Clausius berührt alle Kreise der hiesigen Bevölkerung aufs tiefste, da in dem Verstorbenen eine allseitig beliebte und geachtete Persönlichkeit dahingeschieden ist. Clausius hatte etwa 25 Jahre diese königliche Forststelle inne und bewohnte das unserm Orte nahe liegende Forsthaus. Die Oberförsterei Lehnin verliert in ihm einen treuen Beamten und alle seine Kollegen einen liebevollen und warmherzigen Freund und Berater.“

Moderne Ausstattung für Bahnsteig

Diese Nachricht war für Bahnreisende von Interesse: „Die Gemeinde Neschholz hat im vorigen Jahr eine 350 Meter lange Strecke des Zufuhrweges von Neschholz zum Eisenbahn-Haltepunkt Baitz pflastern lassen. In den nächsten Tagen wird mit der Pflasterung des übrigen, noch 150 Meter langen Teiles des Weges begonnen. Die beteiligten Gemeinden hoffen, dass die Königliche Eisenbahnverwaltung auch den Güterverkehr auf dem genannten Haltepunkte eröffnen werde.“

Unglück auf den Bahnschienen

In Brück geriet am 5. Mai ein Wagen des gegen 11 Uhr vormittags eintreffenden Güterzuges in Flammen. In der Meldung heißt es: „Der Zug hatte die Haltestelle Bork verlassen. Die Lokomotive sprühte Funken. Es dauerte nicht lange, da stand der fünfte Wagen des Güterzuges in hellen Flammen. Dieser war mit Lumpen und altem Eisen, das einem Produktenhändler aus Berlin gehörte, angefüllt. Der Wagen, der vollständig mit seinem Inhalt vernichtet ist, wurde auf der Station Brück ausrangiert.“

Menschliche Skelette und ein Diplom

Eine Schrecksekunde erfuhr Hüfner Kühne aus Buchholz bei Niemegk. Beim Ausgraben eines Kalkloches auf seinem Grundstück wurden in einer Tief von einem halben Meter drei menschliche Skelette, „nämlich die zweier Erwachsener und eines Kindes, übereinander liegend“, gefunden.
Eine frohe Nachricht kam aus der Hufbeschlags-Lehrschmiede in Charlottenburg. Die Berechtigung zum Betrieb des Hufbeschlagsgewerbes erhielt der Schmied Ernst Hagendorf aus Dippmannsdorf. Der Prüfling erhielt das Diplom „geprüfter Hufbeschlagsschmied“ und bestand mit dem Prädikat „gut“.

Amtsvorsteher waltet seines Amtes

Auch Amtsvorsteher Spiesecke aus Ragösen waltete seines Amts. Er teilte im Kreisblatt mit: „Innerhalb des Landschaftswiesen-Genossenschaftsgebietes sind die Plane, der große Kanal und der Baitzer Bach nicht mehr von den bisher dazu Verpflichteten zu räumen. Die Räumung geschieht fortan durch die Genossenschaft. Dagegen muss es bei dem Verfahren der Räumung der übrigen Gewässer außerhalb des Genossenschaftsgebietes wie bisher verbleiben. Es wird deshalb folgendes festgelegt: Am 8. Mai ist der Fredersdorfer Bach durch die Gemeinde Lütte zu stopfen und am 9. Mai durch die dazu Verpflichteten zu räumen.

Genaue Anweisungen für Arbeiten

Am 9. Mai ist die Plane von der Gemeinde Trebitz anzustauen und am 10. Mai der außerhalb  des Genossenschaftsgebietes liegende Teil derselben, von der Einmündung des Kohlgrabens in die Plane bis zur Cammerschen Durchfahrt von den hierzu verpflichteten Gemeinden zu räumen. Die zu der festgesetzten Zeit nicht gehörig ausgeführten Räumungsarbeiten werden auf Kosten der Verpflichteten bewirkt.“