Was geschah vor 110 Jahren in der Region? Das „Zauch-Belziger Kreisblatt“ berichte im Juni 1911, dass herrlichster Sonnenschein den Menschen das Pfingstfest versüßt hatte. Die „tropische“ Hitze brachte einen ersten Vorgeschmack auf den Sommer. In den Ausgaben des Zauch-Belziger Kreisblattes wurde auch deutlich, dass die Ausflugssaison begonnen hatte und die Kassen der Gastwirte bereits ordentlich klingelten. Im Gegensatz dazu wurde auch gemeldet, dass die Trockenheit „schon recht augenscheinlich“ sei. Man hoffte, dass sich endlich „das belebende Nass vom Himmel“ ergießen möge. „Wir stehen leider schon auf dem Standpunkte zu sagen, nun gilt es zu retten, was noch zu retten ist, warmer Regen, wärmere Nächte müssen kommen.“

69 junge Eichen auf dem Weg von Golzow nach Lucksfleiß abgebrochen

Frevelhafte Hände brachen in der Nacht zum 1. Pfingstfeiertag zirka 69 junge Eichen auf dem Weg von Golzow nach Lucksfleiß ab. „Ebenso wurden in Ragösen kürzlich die von der Gemeinde am Wege nach Groß Briesen gepflanzten jungen Birken abgebrochen und die Pfähle herausgezogen. Trotz der ausgesetzten Belohnung konnten die Täter noch nicht ermittelt werden.“
Ein Schauspiel besonderer Art konnten die Brücker auf dem Bahnhof erleben. Es wurden drei Waggons voller Brieftauben in Käfigen ausgeladen. 1.200 Tauben wurden anschließend zu ihrem Flug nach Eberswalde aufgelassen.
In Neuehütten stand die Fahnenweihe des Radfahrvereins bevor. Der Verein teilte mit, dass Einladungen an benachbarte und bekannte Vereine ergehen werden. „Das kostbare Banner, in farbenprächtiger Stickerei ausgeführt“, schenkte der Vereinswirt August Lüdicke.

Lehrkurs für Bienenzüchter im Hoffmannschen Lokal in Niemegk

Der Bienenzüchterverein für Niemegk und Umgebung warb um Nachwuchs. Daher wurde im Kreisblatt ein im Hoffmannschen Lokal stattfindender Lehrkurs für Bienenzüchter angekündigt. Vorträge und praktische Übungen auf dem Hoffmannschen Bienenstand in Niemegk standen an vier Tagen auf dem Programm. Die Teilnehmer sollten unter anderem dabei Gelegenheit erhalten, dass Pressen von Kunstwaben und Anfertigen von Bienenkästen zu erlernen. Die Kosten des Kurses übernahm die Landwirtschaftskammer, sodass die Teilnahme für Mitglieder und Nichtmitglieder des Bienenzüchtervereins kostenlos war. Den ersten Bienenschwarm des Jahres hatte im übrigen Lehrer Schmidt aus Kranepuhl bereits am 9. Mai.
Landrat von Tschirschky gab bekannt, dass der Steuererheber und bisherige Standesbeamtenstellvertreter Gottfried Krüger in Ragösen zum Standesbeamten und der Gemeindevorsteher Hermann Regenstein zum Stellvertreter des Standesbeamten für den 36. Standesamtsbezirk Dippmannsdorf von ihm bestätigt wurde.

Schwanebecker Hüfner ließen fünf Bullen und vier Kühe angekören

Stolz verkündeten die Schwanebecker Hüfner: „Durch die Körungskommission des Kreises wurden in Schwanebeck fünf Bullen, durch die Kommission des Herdbuchkontrollvereins der Zuchtbulle der Genossenschaft und vier Kühe angekört.“
Am 5. Juni war im kleinen Saal des Schützenhauses in Belzig ein katholischer Gottesdienst gefeiert worden, bei dem der Kirchenchor der katholischen Gemeinde Brandenburg/Havel sang. Rückblickend meldete Alexander Mallwitz, der Herausgeber des Zauch-Belziger Kreisblattes: „Wie verlautet, soll die Erbauung einer katholischen Kirche hierselbst in Erwägung gezogen werden.“

Hans Grade bot von Flugplatz Bork Flugrunden an

Grade kommt! Kleine Etappenflüge an den bevorstehenden Sonntagen plante Hans Grade. Vom Flugplatz Bork aus beabsichtigte er in die umliegenden Ortschaften zu fliegen. „Von Bork fliegt Grade nach Beelitz, Schäpe, Wendisch-Bork, Neuendorf, Baitz, Brück, Belzig, Brandenburg und zurück nach Bork. Der Start erfolgt früh um ½ 5 Uhr oder gegen Abend 6 Uhr.“