Die Frauen der Selbsthilfegruppe Fibromyalgie Bad Belzig gehen gemeinsam wandern, unternehmen Ausflüge und besuchen kulturelle Veranstaltungen. Sie machen sich Mut, unterstützen sich gegenseitig und helfen anderen - mit immer wieder neuen Aktionen.

Stoffherzen als Botschafter

Eine dieser Aktionen hat die Gruppe in den vergangenen zwei Jahren bekannt gemacht. Während dieser Zeit haben Frauen aus der Selbsthilfegruppe Fibromyalgie 1.891 kleine bunte Stoffherzen genäht und verschenkt. „Wenn ich an meiner Nähmaschine sitze, lenkt die Arbeit von den Schmerzen ab, die mit der Diagnose Fibromyalgie verbunden sind“, sagt Heidrun Jordan. Die Bad Belzigerin hatte die Idee, kleine Stoffherzen zu Botschaftern zu machen; sie als Seelentröster, Freudenspender und um Dank zu sagen zu verschenken. Mittlerweile sind die bunten Stoffherzen zu einer Art Markenzeichen der Gruppe geworden, die sich vor 20 Jahren gründete.

Seit 2001 Mitglied in der Vereinigung

Bärbel Schenk, damals Leiterin der AWO-KIS, regte die Gründung im Herbst des Jahres 2000 an. Über die Presse informierte sie über das Krankheitsbild Fibromyalgie. Nach und nach meldeten sich Betroffene, sodass die entstandene kleine Bad Belziger Gruppe im April 2001 der Deutschen Fibromyalgie Vereinigung e.V. (DFV e.V.) mit Sitz in Seckach beitreten konnte.
„Unsere erste Gruppensprecherin war Christiane Zinke. Ihr folgten Brigitte Naruhn und Christa Polster“, berichtet Karin Thiele, die das Amt der Gruppensprecherin 2016 übernahm.

Offen mit der Krankheit umgehen

Während dieser Zeit entwickelte sich ein reges Gruppenleben, das mit Vorträgen über die Erkrankung und viele gemeinsamen Aktivitäten erfüllt war. Die wöchentlichen Treffen sorgten dafür, dass die Gruppe immer stärker zusammen wuchs - die Krankheit immer wieder öffentlich zu thematisieren, sorgte wiederum dafür, dass die Gruppe auch zahlenmäßig wuchs und das Gruppenleben immer weiter gestärkt wurde.

Zusammenhalt auch in Corona-Zeiten

„Während der Coronavirus-Pandemie war unser Gruppenleben natürlich stark eingeschränkt.  Aber wir haben beispielsweise durch gegenseitige Telefonate Kontakt untereinander gehalten“, ergänzt Heidrun Jordan, die mit immer wieder neuen Ideen das Gruppenleben bereichert.
Die Frauen erzählen in diesem Zusammenhang von ihrer Aktion „Unser Fläming blüht“ - in diesem Rahmen werden von den Gruppenmitgliedern seit 2018 jeweils im Herbst Blumensamen in den heimischen Gärten gesammelt und im Frühjahr verschenkt.

Ausgezeichnete Projektidee für die Umwelt

Kindergärten, der Schulhort, Seniorenwohneinrichtungen, Arztpraxen, Freunde, Bekannte und viele andere wurden während dieser Zeit schon mit kleinen Samentütchen beschenkt. Jeweils verbunden mit dem Wunsch, die Samen auszusäen, zu hegen und zu pflegen, damit Insekten im Sommer mehr Nahrung finden. Diese Aktion wurde kürzlich über die Initiative „Klimafreundlich in PM“ durch den Landkreis Potsdam-Mittelmark gefördert.

Seelentröster für Hochwasseropfer

Doch zurück zu den bunten Stoffherzen. Dieser Tage haben die Frauen der Gruppe wieder besonders eifrig genäht. 300 kleine Seelentröster haben sie kürzlich in jeweils drei Kartons verpackt und in die vom Hochwasser besonders betroffenen Städte Ahrweiler, Heinsberg und Erfstadt geschickt. „Wir hoffen, so ein klein wenig Trost spenden zu können“, sagen Heidrun Jordan, Karin Thiele und Christel Polster, die mit dieser Aktion ein weiteres Kapitel in der Geschichte der Selbsthilfegruppe Fibromyalgie Bad Belzig aufschlagen.