Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Potsdam-Mittelmark, die Corona-Pandemie hat unser Leben sehr verändert und uns in den vergangenen Monaten, Wochen und Tagen, abgesehen von einer kleinen Sommerverschnaufpause, vor viele Herausforderungen gestellt. Diese reichen von persönlichen Unsicherheiten und der Verwundbarkeit des eigenen Lebens bis hin zu spürbaren deutschlandweiten und globalen Auswirkungen der Krise
Vor ca. 300 Jahren und mehr, wütete die Pest in ganz Europa und rottete mancherorts mehr als 80 % der Bevölkerung aus. Mit Mauern aus Stein, sogenannten Pestmauern, versuchten die Menschen diese Krankheit aufzuhalten. Erfolglos, wie wir wissen.

Die Pandemie hat erschreckende Ausmaße angenommen

Auch heute nützen Mauern nichts, um Corona aufzuhalten, nur Abstand halten und Hygieneregeln beachten und die baldige Impfung für alle Impfwilligen. Die Pandemie hat in Brandenburg und ganz Deutschland erschreckende Ausmaße angenommen und so ist es nur folgerichtig, dass wir in den nächsten Wochen wesentlich härtere Maßnahmen in Kauf nehmen müssen. Und so schwer es uns auch fallen mag: nur Durchhaltevermögen und Disziplin werden uns helfen, diese Krise zu überstehen.

Dank den Kommunen für die Unterstützung und Amtshilfe

Die Landkreisverwaltung sowie die Städte, Ämter und Gemeinden versuchen im Moment alles, um die Ausbreitung des Virus zu verzögern. An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen, um den Kommunen für die Unterstützung und Amtshilfe zu danken. Insbesondere geht mein Dank auch an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Gesundheitsamtes, die seit Wochen und Monaten jeden Tag von früh bis spät an den vier Standorten in Bad Belzig, Brandenburg an der Havel, Werder (Havel) und Teltow, im Bereich der Hotline, auf Außendienst, in der Kontaktpersonenermittlung, beim Auswerten von Testergebnissen und darüber informieren, Quarantänemaßnahmen aussprechen und vieles mehr leisten.
Denn auch wenn dem Gesundheitsamt Kräfte aus der Bundeswehr, aus anderen Verwaltungsbereichen oder Bundesbehörden sowie Freiwillige zugewiesen wurden, ist die „Kern-Mannschaft“ dennoch weiter besonders gefordert. Deshalb bitte ich auch um Verständnis, wenn nicht jede Bescheinigung sofort ausgestellt werden kann oder Wartezeiten entstehen.

Christian Stein bittet um Verständnis

Insgesamt möchte ich um Verständnis bitten, dass uns die Pandemie vor große Herausforderungen stellt, denn auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung sind Mütter und Väter, haben Angehörige zu versorgen und sind somit auch von Quarantänemaßnahmen, Kita- und Schulschließungen betroffen.
So werden Homeoffice-Möglichkeiten, Abbau von Überstunden und weitere innerbetriebliche Regelungen genutzt, um Abhilfe zu schaffen. Das erschwert und schränkt den Dienstbetrieb in der Kreisverwaltung ein. Deshalb bitten wir auf Verzicht aller nicht zwingend notwendigen Behördengänge. Vieles lässt sich auch am Telefon, per E-Mail erledigen oder auf einen späteren Zeitpunkt verschieben Bitte rechnen Sie auch mit längeren Wartezeiten.“

Dank an Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger...

Mein Dank geht auch an die Belegschaften der regionalen Pflegeeinrichtungen und Kliniken, die Ärzte und alle Verantwortlichen, die seit Tagen und Wochen erneut rund um die Uhr im Einsatz sind und alle Hebel in Bewegung gesetzt haben, um die Kapazitäten zu erweitern und aufrecht zu erhalten, damit Covid-Patienten mit schwerem Verlauf als auch die medizinische Versorgung aller Notfälle und Patienten weiter gesichert ist.
Trotzdem appelliere ich nochmals an jeden Einzelnen, auf sich selbst und andere aufzupassen. Darum bleiben Sie bitte auch an den Feiertagen und darüber hinaus so weit als möglich zuhause und beachten Sie die Regeln, die für uns alle gelten. Nutzen Sie das Telefon, das Internet und die sozialen Medien um persönliche Kontakte weitestgehend zu vermeiden. Helfen Sie uns damit, Menschen zu schützen, die sich um Patienten und um die Menschen kümmern, die Unterstützung brauchen.

Weihnachtsfest und Jahreswechsel 2020/21 werden anders als gewohnt

Liebe Bürgerinnen und Bürger, das bevorstehende Weihnachtsfest und der Jahreswechsel 2020/21 werden anders sein als gewohnt. Die Angst vor Ansteckung wird viele Familien beschäftigen und auch die Sorge, dass einige Weihnachten allein verbringen müssen, um sie vor dem Virus zu schützen. Etliche von uns werden Weihnachten arbeiten müssen, damit wir die geforderten Aufgaben erledigen können. Trotzdem, lassen Sie sich das Fest nicht vermiesen und seien Sie nicht traurig, dass vielleicht nicht alle Familienmitglieder zusammenkommen dürfen.
Dieses Jahr wird einfach anders sein, aber darin liegt auch die Möglichkeit zu überlegen, was feiern wir und was ist uns wichtig im Leben. Behalten Sie Ihre Zuversicht, Ihr Vertrauen und pflegen Sie Liebgewonnenes. Gerade in solch unruhigen Zeiten ist das sehr wichtig. Und tanken Sie auch Kraft, um die Alltagsarbeit fortzusetzen und für die Bewältigung dieser Krise auch weiterhin gerüstet zu sein. Glauben Sie mir, wir alle sehnen uns mehr als sonst nach Licht, nach Licht am Ende des Coronatunnels.

Danke dem bürgerschaftlichen Engagement

Danken möchte ich auch all jenen, die sich in dieser Pandemie insbesondere ehrenamtlich engagieren. Das bürgerschaftliche Engagement trägt dazu bei, dass wir zwischenmenschlich nicht gänzlich den Boden unter den Füßen verlieren. Viele Menschen in der Wirtschaft, im Handel, Gewerbe, Hotel- und Gaststättenwesen, im Tourismus und gesamten Kulturbereich werden von großen Sorgen gedrückt, haben Existenzängste oder sind gar schon insolvent oder haben ihren Arbeitsplatz verloren.
Ich kann nur hoffen, dass in diesen Bereichen die staatlichen Unterstützungen und Förderprogramme greifen und Sie den Mut haben, weiter zu machen und nicht aufzugeben. Niemand kann bisher die wirtschaftlichen Folgen gänzlich abschätzen. Andere Menschen, die in sogenannten systemrelevanten Bereichen tätig sind, wissen vor Arbeit kaum noch, wie alles zu schaffen ist, sind für die Sicherheit und Gesundheit anderer im Einsatz und müssen dabei um ihre eigene Gesundheit fürchten.

Die Mittelmärker sollten in diesen Zeiten zusammen stehen

Die Stärke unseres Landkreises sollte jetzt sein, dass wir zusammen stehen, Jung und Alt, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sozial Starke und weniger Starke. Diesen Zusammenhalt brauchen wir aktuell mehr denn je. Halten Sie an dieser Hilfsbereitschaft, dem Mut und dem Verantwortungsbewusstsein für sich und andere weiter fest. Kontaktverbote treffen uns alle hart, weil wir Freunde und Verwandte weniger oder gar nicht treffen können und nicht mehr die Freiheit genießen können, zu gehen, wohin wir wollen und zu sehen, wen wir möchten: Ich wünsche Ihnen, Ihren Familien, Freunden und Bekannten eine besinnliches, friedliches und gesundes Weihnachtsfest und ein bald Corona freies und glückliches Jahr 2021!
Christian Stein 1. Beigeordneter und stellv. Landrat