Zum 70. Mal veranstalteten der Zentralverband des deutschen Handwerks und die Handwerkskammern den Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks „PLW – Profis leisten was“. Der Wettbewerb findet jährlich in allen über 130 Gewerken und in bis zu vier aufeinander folgenden Stufen (Innungs-, Kammer-, Landes- und Bundesebene) statt.

Louis Eitel aus Lüsse schloss Ausbildung als einer der Besten seines Gewerks ab

23 Frauen und Männer des westbrandenburgischen Handwerks haben es in diesem Jahr unter die Nachwuchselite geschafft. Unter ihnen ist der 21-Jährige Louis Eitel aus Lüsse. Seine Ausbildung bei Zimmerermeister Maik Gerhardt in Raben schloss er im Juli als einer der Besten seines Gewerks ab. Die Auszeichnung zum Kammersieger 2021 der Handwerkskammer Potsdam kam per Post ins Haus geflattert – die offizielle Preisverleihung fiel der Corona-Pandemie zum Opfer. Zum Kammerbezirk Potsdam gehören neben Potsdam-Mittelmark die Landkreise Teltow-Fläming, Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel, Havelland, Potsdam und Brandenburg an der Havel.

Wettbewerb will die Öffentlichkeit für die Bedeutung der Ausbildungsleistungen des Handwerks sensibilisieren

Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Potsdam, sprach den jungen Gesellinnen und Gesellen seine Hochachtung aus: „Diese Junggesellinnen und Junggesellen zählen schon zu Beginn ihrer beruflichen Karrieren zu den Besten. […] Aus dieser Position heraus haben sie das perfekte Sprungbrett für ihre weitere berufliche Karriere zur Handwerksmeisterin oder zum Handwerksmeister. Aber sie stehen auch für exzellente Ausbildung in unserer Region“. Der Leistungswettbewerb – unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Dr. Frank-Walter Steinmeier stehend – will die Öffentlichkeit für die Bedeutung der Ausbildungsleistungen des Handwerks sensibilisieren und begabte Lehrlinge in ihrer beruflichen Entwicklung fördern.

Der frischgebackene Zimmerer ist für drei Jahre auf der Walz

Dass Louis zu den Ausgezeichneten 2021 gehört, hat er selbst erst aus einer E-Mail von seiner Mutter erfahren. Denn für den frischgebackenen Zimmerer ging es nach dem erfolgreichen Abschluss der Lehre sofort auf die Walz. Die traditionelle Wanderschaft, bei der er seiner Heimat für drei Jahre und einen Tag den Rücken kehren muss, trat er im August nach einer zünftigen „Losgeh-Feier“ an. Derzeit arbeitet der Lüsser bei einem Reet-Dachdecker-Meister bei Bremen.

Louis Eitel seit der Kindheit ein begeisterter Kletterer

Louis sei zwar schon immer ein Bastler gewesen, sagt seine Mutter Meike Eitel, aber das Klettern in luftiger Höhe sei der wahre Grund, warum ihr Sohn das Zimmererhandwerk als Lebensinhalt wählte: „Er war immer gern draußen und schon als Knirps ein wagemutiger und geschickter Kletterer. Kein Wunder, dass für Louis heute das schönste an seinem Beruf ist, hoch oben in einem Dachstuhl herum zu turnen und mit der Nase im Wind, die Welt von oben zu sehen“. Das erste Jahr seiner Walz will Louis innerhalb Deutschlands verweilen, danach geht es hinaus in die Welt. „Er interessiert sich für das experimentelle Archäologie-Projekt in Guédelon/ Frankreich, wo eine Burg nach originalen Bauplänen und mit Werkzeugen und Methoden aus dem frühen Mittelalter errichtet wird“, berichtet seine Mutter, „und er will später als Schiffszimmermann anheuern, um überall auf der Welt Erfahrungen zu sammeln“. Außerdem könne er sich vorstellen, nach der Walz ein Studium zu beginnen. Auch dank der Auszeichnung des Leistungswettbewerbs stehen die Chancen mehr als gut, dass Louis seine Wünsche realisieren kann.