Die Sonne lacht, als die Radler der MUT-TOUR 2021 am Mittwoch um 13.00 Uhr auf dem Bad Belziger Marktplatz ankommen. Vor dem Rathaus macht das fünfköpfige Veloteam, dass unter anderem mit zwei Tandems unterwegs ist, Rast.
Die Botschaft, die von ihnen und weiteren Mitstreitern auf der insgesamt 3.100 Kilometer langen Tour mitgeführt wird, ist unübersehbar. Es geht um das Thema Depression - um weniger Angst und Scham im Umgang und für mehr Wissen um die Krankheit.

MUT-TOUR 2021 von Stadthagen bis Bensheim

Die diesjährige MUT-TOUR startete am 17. Juli in Stadthagen und endet am 18. September in Bensheim. Die Gesamtstrecke ist auf zehn Etappen über jeweils sieben bis neun Tage aufgesplittet und bindet rund 60 Teilnehmer - die quer durch Deutschland radeln und in Begleitung von Pferden wandern.
Naomi Sommer, Esther Tagmann, Maria Müller, Dörte Neumann und Peter Kraus gehören dem Team an, dass die Strecke von Neustrelitz bis nach Jena absolviert und in diesem Rahmen durch Bad Belzig kommen. Ihre Tagesetappe begann am Mittwoch morgen in Borkheide und wird am Abend in Dessau enden.

Radfahrer informieren über Depressionen und suchen das Gespräch

Eine Woche lang sie gemeinsam unterwegs - machen sich, wenn Kräfte schwinden Mut, erleben die Natur und suchen in Orten, die sie passieren, das Gespräch mit Vorbeikommenden.
Naomi Sommer ist mit 32 Jahren die jüngste in der Gruppe, der 55-jährige Peter Kraus der Älteste. Sie sind eine Gemeinschaft auf Zeit, die sich unterwegs auch selbst versorgt. Dörte Neumann ist zum ersten Mal mit dabei. Die anderen vier haben bereits Tour-Erfahrung. Seit 2012 gibt es die MUT-TOUR, bei der Menschen mit und ohne Depressionserfahrung gemeinsam unterwegs sind.

Teilnehmende machen Mut im Umgang mit der psychischen Erkrankung

In den Gepäcktaschen der Radler sind neben Zelten, persönlichen Dingen und der Versorgung auch Infomaterialien verstaut. „Millionen Menschen verstecken ihre Depressionen“, heißt es auf einem der Plakate, dass die Fünf im Gepäck haben. Dazu gehört auch ein Foto mit einem Smiley. „Damit werden Betroffene repräsentiert, die es sich nicht erlauben können, ihre Depression öffentlich zu machen“, erklärt die Gruppe; teilt persönliche Geschichten und Erfahrungen und wirbt für mehr Wissen und Mut im Umgang mit der psychischen Erkrankung.