Seit September 2019 hat das Standesamt Brück einen neuen und barrierefreien Traubereich im Gebäude II der Amtsverwaltung. „Bei der Übernahme der Räume waren alle Wände weiß. Auch die im Standesamt“, so Standesbeamtin Andrea Bimberg und öffnet eine Falttür, die einen großen multifunktionalen Raum teilt. Mit jedem Meter gibt die sich öffnende Tür den Blick auf die Wandmalerei frei, die seit Frühjahr 2020 dem Trauzimmer zur Zierde gereicht, und nicht nur die Handschrift der Künstler - Marvin Bieß von Fokuz Design und Malermeister Frank Dommenz - widerspiegelt.

Standesbeamtinnen Andrea Bimberg und Marion Jahn mit Kreativität

Die ersten Trauungen im neuen Traubereich fanden noch vor einer weißen Wand statt. Einer Farbe, die wunderbar festlich und neutral zugleich ist und damit eigentlich zu jeder Trauung passt. Dennoch fehlte irgendetwas in dem ansonsten wunderschön  dekorierten Raum. Und so kam es, dass die Standesbeamtinnen Andrea Bimberg und Marion Jahn durch Amtsdirektor Marko Köhler, ebenfalls ausgebildeter Standesbeamter, das Okay erhielten, ihrer Kreativität in Sachen Trauraumgestaltung freien Lauf zu lassen.
Die Idee eines Wandbildes wurde geboren. „Den Entwurf haben Marion Jahn und ich angefertigt. Außerdem haben Marko Köhler und Lars Nissen, der stellvertretende Amtsdirektor, mitgewirkt und für den letzten Schliff gesorgt“, so Andrea Bimberg weiter. Für die Umsetzung ihrer Ideen hatten sie mit Marvin Bieß und Frank Dommenz Experten gewonnen, die die kreativen Verwaltungsmitarbeiter beraten haben, ihnen Farbempfehlungen gaben und letztendlich ihre Visionen verwirklichten.

Wandgestaltung vereint modernes sowie traditionelles Handwerk

Und so entstand eine Wandgestaltung - gesprayt und gemalt - die einzigartig ist, weil sie auch die Handschrift der drei Brücker Standesbeamten trägt und die modernes sowie traditionelles Handwerk in sich verbindet. Von den beiden Künstlern dann fachgerecht „an die Wand gebracht“, wurde ein Baum - als Zeichen des Lebens, und zwei Tauben - als Symbol der Liebe.  Amtsdirektor Marko Köhler und sein Stellvertreter Lars Nissen hatten die Idee, das Wandbild mit den Symbolen der Liebe und der Unendlichkeit zu ergänzen. Getragen von der Farbe der Hoffnung - dem grün in den verschiedensten Schattierungen und goldenen Akzenten die sich über die Wand ziehen. So symbolisieren die halbrunden goldfarbenen Wandlampen zusätzlich das Symbol des Ringes, der für Liebe und Verbundenheit steht.

Nur wenige Brautpaare konnten das Wandbild seit Fertigstellung sehen

Als das Gemeinschaftswerk der Verwaltungsmitarbeiter und der Künstler im Frühjahr 2020 fertig gestellt war, begann die Corona-Pandemie. Seitdem konnte der Wunsch, das neue, das einzigartige Wandbild auch einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen, nicht verwirklicht werden. So konnten im Verlauf des vergangenen Jahres nur Brautpaare und deren Trauzeugen beziehungsweise engste Familienangehörige das einzigartige Wandbild während ihrer Hochzeitszeremonien auf sich wirken lassen. Höchste Zeit also, dem Gemeinschaftswerk an dieser Stelle eine Bühne zu bieten.
„Die Arbeit daran hat uns allen sehr viel Freude gemacht“, so die Standesbeamtin Andrea Bimberg rückblickend, die seit dem Jahre 2017 bereits knapp 140 Ehepaare bei ihrem Start in das Eheleben begleitete.