Wer heiratet, wünscht sich die Trauung in einem besonderen Rahmen. In Wiesenburg/Mark wurde inzwischen aus einem einfachen Standesamt ein beliebter Trauort gemacht. Ob im Park, der Orangerie oder den Räumlichkeiten des Cafés am Schlosstor, die Paare haben je nach Jahreszeit die Wahl. Bis vor einiger Zeit waren auch Eheschließungen im Rittersaal des Schlosses möglich, das ist jedoch inzwischen durch den Verkauf der Räumlichkeiten weggefallen. So fehlt gerade in der kalten Jahreszeit ein würdiger Trauort.

Burg Rabenstein soll als Trauort wiederbelebt werden

Auch in anderen Orten gibt es tolle Locations, wie auf der Burg Rabenstein. Gerade diese soll nun als Trauort wiederbelebt werden. Dazu haben die Gemeinde Wiesenburg/Mark und das Amt Niemegk eine Vereinbarung geschlossen, der die Zusammenarbeit im Bereich Standesamt regelt. Es wurde schon länger überlegt, wie eine effektive Zusammenarbeit gestaltet werden könne. Nun wurde diese mit den Unterschriften der beiden Rathauschefs Marco Beckendorf und Thomas Hemmerling und den Stellvertretern Kornelia Feldmann und Thomas Griesbach auf den Weg gebracht.

Gastwirt Marco Schubert aus Wittenberg und Ralf der Rabe lassen Leben einziehen

Auf Burg Rabenstein wurden früher schon Trauungen durchgeführt. Das Besondere – es konnte dort auch gefeiert und übernachtet werden. In den letzten Jahren wurde es ruhiger auf dem Steilen Hagen. Inzwischen haben sich mit Gastwirt Marco Schubert aus Wittenberg und Ralf dem Raben zwei engagierte Personen gefunden, die wieder Leben auf der Burg einziehen lassen. Und so lag es nur nahe, das alte Gemäuer wieder für Hochzeiten zu öffnen.

Standesbeamte sind begeistert von Rittersaal und Kapelle

Wiesenburgs Standesbeamte Nancy Fröhlich und Jens-Uwe Werner waren sofort Feuer und Flamme, als sie die Burg gesehen haben. Da der Rittersaal gerade für eine Hochzeit hergerichtet war, konnten sie sich ein gutes Bild von ihrem zukünftigen Arbeitsplatz machen und waren begeistert. Zudem es auf der Burg auch noch eine andere Möglichkeit gibt, nämlich die kleine Kapelle im Turm. Dort kann im kleinen Rahmen geheiratet werden.

Amtsdirektor Thomas Hemmerling und Bürgermeister Marco Beckendorf zufrieden mit dem Arrangement

Niemegks Amtsdirektor Thomas Hemmerling ist froh, dass die Zusammenarbeit nun durch die Unterschriften besiegelt wurde. „Wir schaffen so eine verlässliche Struktur mit gutem Personal“, so Hemmerling. Immerhin ist das Standesamt eine der wichtigsten Institutionen, dessen Anforderungen ständig wachsen. Auch mit Treuenbrietzen gibt es bereits eine Kooperation, die auch weiter bestehen bleibt. Auf Kreis- und Kommunalebene wurde die Zusammenarbeit begrüßt und auch die Gemeindevertreter beider Gremien sehen sie positiv. Sie sprachen sich einstimmig für die Zusammenarbeit aus. Selbst die Aufsichtsbehörde sei ein großer Fan des Projektes, sagte Marco Beckendorf. Mit ihrer Zustimmung war die größte Hürde eigentlich schon genommen.

Prospekte drucken, Verträge mit dem Gastwirt schließen

Bis zum Inkrafttreten gibt es noch viel Arbeit. „Wir müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen“, so Nancy Fröhlich. Das heißt vor allem, den Prospekt neu zu gestalten, um die Burg präsenter als Hochzeits-Location zu bewerben. Für das Amt Niemegk heißt es, die Verträge mit dem Gastwirt zu erneuern. Diese laufen zum 30. Juni 2022 aus. „Es gibt schon ein neues Konzept“, so Thomas Hemmerling, der durch die Möglichkeit der Trauungen die Burg noch einmal aufgewertet sieht.

Begeisterte Brautpaare kommen als Touristen wieder

Das Projekt ist auch auf Nachhaltigkeit für Tourismus ausgerichtet. „Ich habe in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht, dass Brautpaare gern wieder nach Wiesenburg kommen, oft zum Hochzeitstag, weil es ihnen so gut gefallen hat. Sie haben eine schöne Erinnerung an den großen Tag und unsere Region - kommen daher gern wieder - verbringen ein paar Tage auf dem Land, erkunden die Umgebung, übernachten, essen - lassen Geld in der Region. Und das Beste daran, mittels Mundpropaganda finden auch neue Paare den Weg zu uns“, sagt Nancy Fröhlich.

Gebühren für standesamtliche Leistungen sind einheitlich

Personell sehen sich beide Gemeinden gut aufgestellt. Ab Januar gibt es eine zusätzliche Stelle in der Gemeinde Wiesenburg/Mark. Bis Dezember 2022 ist auch in Niemegk noch alles gesichert, dann geht die Standesbeamtin Kerstin Leben in Rente. Die Gebühren für standesamtliche Leistungen sind einheitlich, alles andere ist mit dem Gastwirt abzusprechen. In Niemegk wird es Präsenszeiten geben, lange Fahrten werden somit vermieden. Auch lassen sich viele Details bereits digital erledigen.
Beide Orte warten nun auf die offizielle Genehmigung.