Die Kirche war zu diesem Anlass mit Herbstlaub, Tannengrün und Jagdtrophäen überaus stimmungsvoll geschmückt. "Man fühlt sich fast wie im Wald", so Pfarrer Oliver Notzke. Eingangs erzählte er die Legende des Heiligen Hubertus, der nicht nur als Schutzpatron der Jagd, sondern auch der Natur gilt. Die Predigt hatte Notzke unter das Thema Schöpfung gestellt. Er erinnerte daran, dass dieselbe den Menschen anvertraut worden sei und dass die Jäger bei der Jagd Verantwortung für die Schöpfung übernehmen. "Natürlich gibt es aber auch dort schwarze Schafe", räumte er ein. Der Pfarrer ergänzte: "Ich möchte weg vom engen Bild der Jagd."
In diesem Zusammenhang betonte er, dass diejenigen, die sich dem Weidwerk verschrieben haben, weitaus mehr Zeit in die Hege und Pflege der Fauna investieren als in die eigentliche Jagd.
Gleichzeitig beklagte der Pfarrer immer größere Störungen im Gleichgewicht der Natur durch zunehmende Umweltverschmutzungen. Er kündigte an, im Frühjahr seine Gemeinde aufzurufen, an Straßenrändern und entlang der Plane Müll zu sammeln um damit einen Beitrag zur Hege und Pflege der Schöpfung zu leisten.
Musikalisch umrahmt wurde die Hubertusmesse wiederholt von den Jagdhornbläsern aus Brandenburg/Havel, die damit zugleich jagdliches Brauchtum pflegten. Nach Jagdsignalen und Jagdliedern intonierten die Bläser den "Jägerchor" aus der Oper "Der Freischütz" von Carl Maria von Weber.
Der Heilige Hubertus (um 655-727) war Sohn des Herzogs Bertrand von Toulouse. Nachdem seine Frau Floribana im Kindbett gestorben war, stürzte er sich, um den Schmerz zu vergessen, in weltliche Vergnügungen. Als er am Karfreitag jagte, erschien ihm ein Hirsch mit goldenem Kreuz zwischen dem Geweih. Aus dem sprach Jesus zu ihm. Tief betroffen suchte Hubertus den Bischof Lambert auf und ging nach Rom zum Papst. Später wurde er Bischof von Tongern und Maastricht. Er starb in Lüttich. Heute gilt Hubertus als Schutzpatron der Jäger. Der Hubertustag ist der 3. November. Die Hubertusmesse wird als Erntedankfest der Jäger bezeichnet.