Mit dazugehöriger Urkunde und einem Namensschild. Das junge Grün sollte nach Kopschs Vorstellungen in der Nähe der Grundschule gepflanzt werden und für die Schüler gut erreichbar sein. Zusammen mit den Eltern sollten die Schüler ihr Patenkind im Blätterkleid pflegen, sprich wässern, und dabei erleben, wie ein Wald heranwächst und die Bäume das Klima positiv beeinflussen. "Es ist zwar nur ein ganz winziger Mosaikstein, der aber das Bewusstsein schärfen würde", sagte Kopsch, als er die Idee im August den Stadt Bad Belziger Stadtverordneten unterbreitete.
Letztere befanden sie für gut und baten die Verwaltung, nach geeigneten Flächen Ausschau zu halten. Über das ernüchternde Ergebnis informierte Bauamtsleiter Robert Wildgrube im Ausschuss für Stadtentwicklung.
Für die Umsetzung hatte die Verwaltung ein kommunales Waldgrundstück hinter der Grundschule "Geschwister Scholl" ins Auge gefasst. Ein Vorort-Termin mit der Oberförsterin, dem Revierförster, der Schulleiterin und einem Verwaltungsmitarbeiter wurde anberaumt. Nicht dazu gebeten wurde Conrad Kopsch, der in dieser Runde gern noch einmal seine Vision erläutert hätte. Wie auch immer. Das Quartett kam zu dem Schluss, dass an besagter Stelle ein "Waldumbauprojekt zur Etablierung von mehr Laubgehölzen" möglich wäre - nur eben nicht am Beispiel der visionären Idee, mit der Bad Belzig hätte auf sich aufmerksam machen können.
Stattdessen wurde den Stadtverordneten eine Alternativlösung unterbreitet von der auch Ideengeber Kopsch, zufällig im Publikum sitzend, erfuhr.
Diese Alternative sieht vor, dass im Rahmen des Schulbetriebs Eicheln gesammelt werden, diese von Schülern ausgesät und über einen Zeitraum von etwa drei Jahren zu kleinen Setzlingen herangezogen werden. Die wiederum könnten dann an die Forst übergeben und im Rahmen des Waldumbaus gepflanzt werden.
"So hatte ich mir das Projekt nicht vorgestellt", befand Kopsch. In dieser Folge will der pensionierte Polarforscher noch einmal das Gespräch mit den Parlamentariern suchen, seine Idee genau erklären. Seitens der Schule war im Rahmen des Vorort-Termins geäußert worden, mit der Aufgabe der Baumpflege insbesondere bei langen Trockenperioden und einer Einschülerzahl von 60 bis 70 Kindern pro Schuljahr überfordert zu sein. Kopsch dazu: "Ich will die Schule nicht mit Arbeit überhäufen. Ich möchte, dass die Stadt Verantwortung zeigt". So könnten Pflanzlöcher durch den Bauhof vorbereitet und die Feuerwehr mit ins Boot geholt werden um die Bäume bei der Pflanzung tüchtig einzuschwemmen.
Vorstellbar für die Pädagogen wäre wiederum die Pflanzung von je einem Baum je Einschulklasse und eventuell je einem Baum pro Abgangsklasse. "Daran würden die Schüler jedoch nicht erleben, wie ein Wald wächst und wie der Wald das Klima positiv beeinflussen kann", so Kopsch seine Enttäuschung zusammenfassend. Der 61-Jährige ergänzt: "Es wäre ein irres Experiment gewesen und die Stadtverordneten, die 2100 im Parlament sitzen, würden vielleicht sagen, was waren die Abgeordneten damals für weitsichtige und kluge Leute."