Seit dem Frühjahr wächst das Ahornviertel an der Lübnitzer Straße in Bad Belzig. Tobias Brix und Daniela Albrecht haben dort ein komplett neues Wohngebiet mit mehr als 60 Baugrundstücken erschlossen. Einfamilien- und Doppelhäuser sowie einige Reihenhäuser können entstehen. Wer sich für eine der Parzellen entscheidet, wird in absehbarer Zeit auch erfahren, in welcher Straße im neuen Ahornviertel er künftig zuhause sein wird.

Ausschuss-Mitglieder in der Diskussion

Der Ausschuss für Stadtentwicklung diskutierte in erster Runde die Namensgebung für die aktuell noch namenlosen Wohnwege im wachsenden Quartier am Rand der Stadt. Damit verbunden, auch die Vorschläge der Albrecht & Brix Immobilien GbR. Letztere wünschte, dass die Planstraße A in Ahornallee oder alternativ in Ahornstraße; die Planstraße B in Kastaniengasse oder Kirschblütenweg; die Planstraße C in Kirschblütenweg oder Ahornring sowie die Planstraße D in Am Fuchsberg oder Am Waldhang benennt wird.

Ahornallee, Ahornstraße, Ahornweg

Insbesondere der Wunsch, die Planstraße A in Ahornallee oder alternativ in Ahornstraße zu benennen, wurde von den Ausschussmitgliedern jedoch kritisch gesehen. Björn Sperfeld, sachkundiger Einwohner der SPD, gab in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass es durch den bereits bestehenden Ahornweg und den Ahornhof in der Kurparksiedlung zu Verwechslungen kommen könnte. Insbesondere wenn Rettungsdienste im Einsatz sind, besteht nach seiner Ansicht dann die Gefahr, dass in einem Notfall wertvolle Zeit verloren geht.

Kreative Namensgebung

„Ich denke, es steht uns gut zu Gesicht, wenn wir uns kreativ einbringen“, ergänzte Anne Baaske (SPD). Sie regte an, den Mut zu haben, sich bei der Namensfindung für die Straßen im neuen Wohngebiet auch im Reich der Märchen zu bedienen.

Märchen oder Pflanzenwelt?

Dass eine Wohnadresse im Rotkäppchenweg, Froschkönigpfad oder Sterntalersteig - gelegen unter dem großen Dach des Ahornviertels natürlich - reizvoll klingen kann, fanden auch die übrigen Abgeordneten und sachkundigen Einwohner.
Nicht minder interessant fanden sie die Idee von Claudia Wipfli (Die Linke), die vorschlug, mit der Namensgebung an das Aussehen der Fläche vor der Bebauung zu erinnern. Das 13,7 Hektar große Areal in Waldrandlage war bis zu diesem Zeitpunkt landwirtschaftlich geprägt. „Warum beziehen wir uns nicht auf die dort wachsenden Pflanzen“, so Wipfli. Auch der Vorschlag, bei der Namensuche in Floras Reich zu stöbern, fand fraktionsübergreifenden Anklang. Ob Gänseblümchen, Knabenkraut, Schafgarbe, Hornklee oder Wegwarte letztendlich bei der Namensgebung Pate stehen werden, bleibt natürlich noch abzuwarten. Schließlich hätten durchaus auch die Pflanzen ein Recht darauf, unter dem Dach des Ahornviertels geadelt zu werden.

Die Zeit drängt

Bauamtsleiter Robert Wildgrube erinnerte in der Begeisterung der Ideensammlung jedoch daran, dass damit nicht mehr all zuviel Zeit verbracht werden darf. „In Vorbereitung des Glasfaserausbaus ist die Vergabe der Straßenamen und Hausnummern zwingend notwendig“, mahnte er.
Nachfolgend verständigten sich die Ausschussmitglieder darauf, dass in den kommenden vier Wochen Namenvorschläge für die vier noch namenlosen Planstraßen zusammengetragen werden sollen. Am 5. Oktober wird im Hauptausschuss über die Vorschläge weiter beraten werden. (krä)