Es gab mehrere bestätigte Nutztierrisse, dabei waren Schafe, Rinder als auch Alpakas betroffen. Darüber hinaus gibt es verstärkt Hinweise auf versuchte Angriffe, teilweise wurden die Wölfe gestört und ließen daraufhin ab.
Ebenso gibt es mehrere Berichte über Sichtungen in direkter Nähe der Dörfer. Viele der Sichtungen und mindestens der Riss eines Alpakas erfolgte zur Tageszeit. In mindestens einem Fall gilt es sicher belegt, dass mehr als ein Wolf beteiligt war. Dies ist durch aufgefundene Spuren, die Menge der gefressenen Tierteile und durch die Auffindesituation gesichert. Darüber informiert Frank Müller vom Jagdverband Belzig e.V..
Es wurden nicht alle Vorfälle beim Landesumweltamt gemeldet, so dass sie nicht in die Statistik einfließen.
"Diese Situation, dass ein beziehungsweise mehrere Wölfe teilweise zur Tageszeit direkt an oder auf bewohnten Grundstücken und in direkter Dorfnähe wiederholt mit teilweise sehr kurzen Abständen auf Beutezug gehen, ist ein deutliches Zeichen einer Gewöhnung", so Müller weiter. "Es ist davon auszugehen, dass der oder die Wölfe keine Scheu vor menschlichen Duft, menschlicher Anwesenheit und auf den Höfen lebenden Hunden haben. Die Gefahr, dass Jungwölfe dieses Verhalten von den Elterntieren übernehmen ist sehr groß."
Sollte sich diese Gefahr noch stärker etablieren, wird eine Weidehaltung unmöglich, der Aufwand und die Kosten der Prävention stehen, auch mit möglichen Fördermitteln, in  keinem Verhältnis.
Die Hobby- und Nebenerwerbshaltung von Weidevieh gehören in unsere Region und sollte geschützt und erhalten werden. Die extensive Freilandhaltung von Rindern ist auf vielen Standorten die einzige mögliche Form der Viehhaltung.
"Vor diesem Hintergrund fordern wir die Politik auf, zu handeln und unbürokratische Reglungen zu schaffen. Es geht den Jägern in keinem Fall darum, den Wolf auszurotten! Ein sogenanntes Management durch eine vom Land beauftragte Firma lehnen wir ab."
Die Landbevölkerung ist aufgerufen, auf der Internetseite des brandenburgischen Landesumweltamtes sämtliche Hinweise auf Wölfe zu melden. Nur diejenigen Sichtungen, Spuren, Fotos und Losungsfunde, die dort gemeldet werden fließen in die Zählung (Schätzung) des Bestandes ein. "Und nur auf diese Weise ist es überhaupt möglich, eine Bejagung rechtfertigen zu können. Jeder einzelne Hinweis muss dort ankomme", so Frank Müller.