Welcher Platz wäre geeigneter für einen Frühlingsgottesdienst als die Bockwindmühle in Borne. Von dort oben kann man einen tollen Ausblick auf die wunderbare Landschaft genießen. Und so ist dieser Ort perfekt, um über das Geschenk des Lebens zu singen, zuzuhören und zu beten. Denn zum Leben gehören schließlich nicht nur Menschen und Tiere, sondern auch alles, was grünt und blüht.

Vikar Lars Städter predigt unter freiem Himmel

Vikar Lars Städter erinnerte und lobte in seiner einfühlsamen Predigt die grüne Zeit. Alles erwacht zu neuem Leben und die Menschen genießen die Ruhe in der Natur. „Dabei sollten wir auch ein bisschen Wildwuchs zulassen“, so Lars Städter schmunzelnd. Nicht nur draußen im Garten, sondern auch in der Seele. Man muss nicht gleich überall mit dem Rasenmäher drüber, sondern der Natur auch ihren Lauf lassen. „Und für manche Pflanzen, sei es in der Natur oder in uns selbst, ist es auch gar nicht so gut, wenn sie immerzu beschnitten werden.“

Belziger Turmbläser ergänzten die Predigt musikalisch

Passend zu der frühlingshaften Predigt und dem Dank an Gott für alles, was er geschaffen hat, begleiteten die Bad Belziger Turmbläser den Gesang der Anwesenden. In allen Liedern ging es um die grüne Jahreszeit. Lars Städter fühlt sich wohl in der ländlichen Umgebung von Bad Belzig und überträgt dies in seine Worte an die Besucher. Er stammt aus Fürstenwalde und ist derzeit Vikar, das heißt, ein Pfarrer in Ausbildung. Solche Stellen gibt es nicht überall und so hat es ihn nach Bad Belzig verschlagen. „Ich bin ganz glücklich hier“, sagt er lächelnd. Ob er gern bleiben würde? Im ersten Jahr nach seiner gut zweijährigen Ausbildung sicher noch nicht. Da geht es dorthin, wohin ihn die Kirche schickt. Aber wer weiß...

Nach dem Freiluft-Gottesdienst auf ein Gespräch mit Müllerin Ina Hänsch-Goldau

Nach dem Gottesdienst nahmen sich viele Besucher Zeit für ein Picknick in der Sonne. Die meisten hatten Kaffee und Kuchen dabei. Und wer nichts mit hatte, konnte sich bei Müllerin Ina Hänsch-Goldau und ihrem Ehemann Paul zumindest ein Tütchen Triticale-Kekse kaufen. Diese backt sie für Veranstaltungen stets selbst. Die Müllerin ist meist vor Ort, wenn eine Veranstaltung an der Mühle stattfindet. Normalerweise zeigt das Drehen der Mühlenflügel, dass der Müller im Haus ist. In Borne ist es jedoch das geöffnete Fenster, aus dem ein Mehlsack hängt. So haben die Besucher die Möglichkeit, frisch gemahlenes Mehl zu kaufen und sich in der Mühle umzusehen. Ina Hänsch-Goldau erklärt gern die verschiedenen Getreidesorten und auch, wie die alte Mühle gebaut ist und funktioniert. Viele Gäste wundern sich über den langen Balken an der Mühle. Mit diesem kann die Mühle in den Wind gedreht werden. Im Untergeschoss ist eine Ausstellung zu entdecken. Der Mühlenverein Borne e.V. hat liebevoll Fotos und Dokumente zusammengetragen, welche Einblick geben in die Geschichte der Mühle, in die Zeit der Sanierung und die dort einst großartigen Mühlenfeste.