Die Kirchengemeinde in Schwanebeck kann stolz sein, denn nicht nur die kleine Kirche, sondern auch das alte Pfarrhaus erstrahlen in neuem Glanz.

Kein Festgottesdienst

Letzteres sollte am Reformationstag mit einem Festgottesdienst eingeweiht werden. Aber Corona machte sowohl Pfarrerin Dr. Dorothea Sitzler-Osing als auch dem Gemeindekirchenrat einen Strich durch die Rechnung. Und so wurde es bei einer kleinen Zusammenkunft und einer Besichtigungsmöglichkeit des renovierten Pfarrhauses belassen. In acht Monaten wurde dieses Instand gesetzt, so dass nun neue Mieter einziehen können. Viele Dinge mussten komplett erneuert werden, aber einiges aus früheren Zeiten konnte erhalten bleiben.

Altes und Neues kombiniert

Joachim Muschert, der die Bauleitung für das Objekt inne hatte, versuchte, den teilweise außergewöhnlichen Wünschen der Gemeinde gerecht zu werden. So gibt es in der Küche wieder die alten Fliesen und auch die Türklinken wurden aufgearbeitet. Beim Anblick des Hauses und der Räume sind jedoch alle sehr zufrieden.

Kirche ist dank Lutz Arndt barrierefrei

In der Kirche selbst wurde bis zum Schluss gewerkelt. Sie ist nun barrierefrei. Lutz Arndt, seit Jahresbeginn Küster in Schwanebeck, hat die Rampen selbst in Auftrag gegeben. Die Tischlerei Wüstenhagen aus Bad Belzig führte die Arbeiten aus. Lutz Arndt engagiert sich sehr für „seine“ Kirche. „Sie ist wie mein kleines Wohnzimmer“, schmunzelt er. So hat er die Elektroanlage in der Kirche auf eigene Kosten erneuern lassen. Aber auch alles andere kann sich sehen lassen.

Sternenhimmel, Marienfiguren, Sprüche

Ins Auge fällt den Besuchern als erstes der Sternenhimmel über dem Altar. Dieser entfaltet im Licht eine ganz besondere Wirkung. An der Empore findet der aufmerksame Betrachter wieder die alten Sprüche. Erneuert wurde die Decke, die Bänke wurden aufgearbeitet. Auch die beiden Marienfigure, die jahrelang als verschollen galten, sind wieder da. „Sie wurden in Berlin gefunden“, wie Lutz Arndt erzählt.  Nun stehen sie wieder  an ihrem angestammten Platz. Eine weitere Kostbarkeit ist der Taufstein, der 1871 von Familie Schiering gespendet wurde.

Kirche aus dem 14. Jahrhundert

Der Ursprungsbau der Kirche geht nach Einschätzung von Experten wohl auf das 14. Jahrhundert zurück. Renovierungen fanden in den Jahren 1727/1731 sowie 1871 statt. Hauptstück der Ausstattung ist ein hölzerner Altaraufsatz aus der Zeit um 1700. Die Kirche  wurde vor 1530 wahrscheinlich durch kriegerische Ereignisse zerstört. Während der Kirchenvisitationen des Amtes Belzig-Rabenstein im Jahre 1530 gab es keine intakten Kirchen in Schwanebeck und im Nachbarort Baitz.

Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau

Vermutlich wurde die Kirche in Schwanebeck erst im Laufe des 16. Jahrhunderts wieder hergestellt. Die Dorfkirche im Nachbarort Baitz wurde wiederholt 1636 von schwedischen Truppen zerstört. Wahrscheinlich kam auch die Schwanebecker Dorfkirche nicht ungeschoren davon. 1640 war Schwanebeck bis auf einen Hüfner unbewohnt. 1661 waren es immerhin schon wieder sechs Hüfner und fünf Kossäten. Die Kirche durfte in den letzten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts wieder hergerichtet worden sein.