Bei jedem Schritt knirscht der Schnee knirscht unten den Füßen von Helmut Lipsdorf. Der 79-Jährige ist unterwegs, um in seinem Kleingarten nach dem rechten zu schauen. „Alle zwei bis drei Tage mache ich einen Kontrollgang in den Garten“, erzählt der Bad Belziger.
Über den Schnee, der vielerorts die ersten schon blühenden Schneeglöckchen und Winterlinge wieder zugedeckt hat, freut sich Helmut Lipsdorf. Beschert die weiße Pracht seinem Garten  unter der Natur allgemein doch eine ordentliche Portion Winterfeuchtigkeit - und das vollkommen gratis.

Verantwortung auch für andere übernehmen

Auf seinem Weg durch die Kleingartenanlage der Sparte „Erholung“ e.V. schaut Helmut Lipsdorf mal links, mal rechts über die Gartenzäune. „Man hat schließlich auch Verantwortung für andere“, sagt er. Nachdem in der Vergangenheit auch schon mal Langfinger sich Zugang zu Lauben verschafft hatten, sind die Kleingärtner auf der Hut. Achten darauf, dass Türen verschlossen sind - und darauf, dass infolge des strengen Frostes nicht irgendwo Schäden entstehen. Der Ruheständler erklärt in diesem Zusammenhang, dass vor Beginn des Winters auch Wasseruhren ordentlich abgedichtet und Regentonnen entleert und umgedreht werden müssen.

Anbaupläne für das Frühjahr werden geschmiedet

Bei seinen regelmäßigen winterlichen Gartenbesuchen können natürlich auch die Vögel darauf vertrauen, dass sie gefüttert werden. Kaum ein Garten in der Sparte, in dem Meise, Rotschwänzchen & Co von den Kleingärtnern kein Tisch gedeckt wird.
Während seiner Spaziergänge in den Wintergarten schmiedet der 79-Jährige aber auch schon Anbaupläne. Wieder daheim angekommen, werden sie zu Papier gebracht. „Das mache ich schon seit 40 Jahren so. Jedes Jahr wird ein Anbauplan erstellt“, erklärt der Ruheständler und erzählt, dass er sein kleines grünes - jetzt weißes  - „Königreich“ seit 1981 beackert.
Die Erstellung eines solchen Anbauplanes, der jederzeit auch in Sachen Fruchtfolge Auskunft geben kann, hat sich während dieser Zeit mehr als nur bewährt. Die Ernteerträge sprechen dafür. Doch bis es wieder ans ernten geht, braucht es noch einige Zeit Geduld.

Helmut Lipsdorf ist Gärtner aus Leidenschaft

„Wenn die Temperaturen wieder die 0 Grad erreicht haben, müssen Bäume und Sträucher verschnitten werden“, erklärt der erfahrene Kleingärtner. Spätestens dann wird auch seine schon getätigte Pflanzkartoffelbestellung bei ihm eingegangen sein. Die kommen, bevor sie im Garten gepflanzt werden können, erst einmal daheim in den Keller. „Um vorzukeimen“, erklärt der Gartenfreund. Für die diesjährige Gartensaison hat er drei Sorten ausgewählt. Die Frühkartoffel „Prinzess“, die mittelfrühe und rotschalige Laura und die widerstandsfähige Secura, so dass der Tisch über Monate mit Kartoffeln aus dem Kleingarten gedeckt werden kann. Für die Aussaat von Wachs- und grünen Bohnen hat er im vergangenen Jahr die Bohnen im Garten ausreifen lassen und so, für eigenes Saatgut gesorgt. „Weil die Preise für Saatgut nicht ohne sind“, erklärt er. Gemüsepflanzen wie Paprika, Gurken und Tomaten kauft er wiederum Jahr für Jahr in der Gärtnerei Döring in Gömnigk. „Dort gibt es ein sehr gutes Pflanzenangebot“, so der Hobbygärtner. Zum Einkauf nimmt er oft Fotos mit, darauf abgelichtet, prachtvoll entwickeltes Gemüse.

Ein Meer aus Blumen lockt alljährliche Gartenfreunde an

Immer Platz auf seinem Anbauplan haben aber auch Blumen. „Ich liebe Tulpen“, gesteht Helmut Lipsdorf - in allen Farben. Zig Tulpenzwiebeln, früh- und spät blühend, damit er sich möglichst lange an ihnen erfreuen kann, hat er im Herbst in die Erde gebracht. Wenn im Frühjahr Blumenfreunde an seinem Gartenzaun stehen bleiben und die Blütenpracht ablichten, dann freut sich Helmut Lipsdorf noch mehr. Zweimal im Jahr werden Blumenzwiebel zu Stars in seinem Kleingarten. Neben den Tulpen sind es im Sommer die Gladiolen, die in keinem Jahr in seinem gepflegten und gehegten Garten fehlen.