„Das Standard Plätzchen zum ausstechen, dass reizt mich nicht“, so Britt Muschert. Die 50-Jährige aus Dahnsdorf steht am Herd und röstet in einer großen Pfanne Mandeln. Der Duft von Zucker und Zimt wabert durch ihre Küche; dennoch spielen die gerösteten Mandeln nur eine, wenn auch nicht unwichtige, „Nebenrolle“ in der vorweihnachtlichen Bäckerei.

Wildkräuterplätzchen-Workshop mit Britt Muschert

Eigentlich hatte Britt Muschert einen Workshop vorbereitet; zum Wildkräuterplätzchen backen auf den „Hollerhof“ nach Dahnsdorf eingeladen. Doch Infolge der Einschränkungen der Corona-Pandemie musste auch der Backtag in großer Runde abgesagt werden. „Aber er wird nachgeholt, nächstes Jahr vor Weihnachten“, verspricht die 50-Jährige. Die Wildkräuterplätzchen Premiere wird damit lediglich um ein Jahr verschoben.

Plätzchen mit Dinkel- und Buchweizenmehl und einer handvoll frischer Wildkräuter

Für daheim wird die vorweihnachtliche Köstlichkeit mit besonderer Note jedoch gebacken. Zu den ausgewählten Zutaten wie Dinkel- und Buchweizenmehl, geriebenen Käse und Sahne kommen eine handvoll frischer Wildkräuter der Saison - Gundermann, Löwenzahn, Brennnessel, Vogelmiere und Spitzwegerich. Vor der Weiterverarbeitung muss der duftende Mürbeteig erst einmal in den Kühlschrank. Britt Muschert erzählt, dass sie ihre Wildkräuterkekse mit einem leckeren Dipp aus Schmand, etwas Senf und natürlich frischen Kräutern serviert und dazu einen heißen Glühpunsch empfiehlt. Die ideale Komposition, um weihnachtliche Stunden und köstlichen Genuss am Lagerfeuer - im Kreise der Familie - zu vereinen, die mit selbst gebrannten Mandeln gekrönt werden können.

Rosenmaronis sind das Lieblingsrezept

Neben der herzhaften Weihnachtsbäckerei hat die 50-Jährige auch ein süßes Lieblingsrezept parat. Es sind die Rosenmaronis - ein Gebäck, dass sie aus Kindertagen kennt. „Meine Oma hat sie früher immer gebacken“, so Britt Muschert und erzählt aus dieser Zeit. Davon, wie sie mit ihrer Oma Kräuter sammeln ging, ihr bei der Verarbeitung derselben zuschaute und deren Wissen und Können als Kräuterfrau schon damals in sich aufsog. Wie einen Schatz hütet sie auch das alte Kräuterbuch der Großmutter, welches ihr weiteres Wissen vermittelte.

Ganz besondere Leckereien

Doch zurück zu den Rosenmaronis, die für Britt Muschert zur Weihnachtszeit gehören. Neben den gängigen Zutaten wie Butter, Puderzucker und Mandeln kommen Edelkastanien- und Dinkelmehl in den Teig. Aber auch hartgekochtes Eigelb und Rosenwasser. Der Teig, in kleine Monde geformt, kommt später in den Backofen. „Und nach dem backen werden die Monde mit Rosenzucker bestäubt oder nach Geschmack, mit Schokolade glasiert“, so die Kräuterfrau und empfiehlt dazu einen frisch gekochten Wurzelkaffee - der auch wunderbar zu Britt Muscherts Rosenblütenstollen passt. Der wurde im vergangenen Jahr im Rahmen eines vorweihnachtlichen Workshops im Dahnsdorfer „Hollerhof“ gebacken.

Im Januar startet Gesundheits-Workshop

Und weil Mutter Natur nicht nur Knospen, Blätter, Blüten und Wurzeln für die heimische Küche bereithält, hat die Kräuterpädagogin und zertifizierte Fachkraft für Kräuter- und Gewürzkunde den Workshop Start im neuen Jahr der Gesundheit gewidmet. Sie sagt: „Für jede Krankheit ist in der Natur ein Kraut gewachsen. Auch zu jeder Jahreszeit“. Deshalb geht es gleich im Januar in den Wald - um Harze für heilkräftige Salben und nahrhafte und gesunde Baumknospen für einen winterlicher Wildkräuterkochkurs zu sammeln.