Eine Woche „Kreativsause“ im Coconat in Klein Glien ist zu Ende gegangen. In den verschiedensten Workshops konnten die Teilnehmer aktiv und kreativ werden. Einige Ergebnisse wurden präsentiert, zum Beispiel aus dem Stop Motion Workshop. In diesem lernten die Teilnehmer kleine Filme mit dem Handy zu erstellen. Stop Motion ist eine gratis APP, die intuitiv und leicht zu handhaben ist. Doch für einen Film braucht es mehr... eine Geschichte und Figuren, eine kleines Drehbuch. Die Art und Weise der Herstellung eines Films ähnelt dem früheren Daumenkino. Für ihren Film haben sich die Teilnehmer eine Geschichte rund um Äpfel ausgedacht. Dazu wurden den Früchten mit Knete Gesichter aufgeklebt und sie an verschiedenen Orten positioniert. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen.
Neben vielen musikalischen Highlights warteten alle gespannt auf die Dorfgeschichten von Barbara Klembt und Bodo Sternberg. Barbara Klembt war 25 Jahre lang Bürgermeisterin von Wiesenburg/Mark, Bodo Sternberg ist Ortsvorsteher in Fredersdorf. Dabei hatte Bodo Sternberg den Vorteil, in Fredersdorf geboren zu sein. Barbara Klembt musste sich ihre Anerkennung erst erkämpfen. Sie erinnerte sich, dass sie anfangs kritisch beäugt und oft gefragt wurde, wer sie denn sei. Da ihre Schwiegereltern ein gutes Ansehen genossen, hatte sie Glück. „Wer einfach so auf ein Dorf zieht, hat es meist schwerer“, sagte sie. Beide Dörfer haben viele Aktivitäten zu verzeichnen. Interessant für die Zuhörer war, dass vom ersten Eindruck her in den kleineren Dörfern mehr passiert, als in den größeren. Aber das täuscht, wie Barbara Klembt erzählte. In den größeren Orten sind die Aktivitäten mehr verteilt, wie sie am Beispiel der Herman-Boßdorf-Straße in Wiesenburg erklärt. Dort hat sich inzwischen eine sehr aktive Straßengemeinschaft entwickelt. Der Ort Fredersdorf ist den vielen Menschen bekannt durch das Bettenrennen. Eine ähnliche, überregional bekannte Veranstaltung in Wiesenburg/Mark war die Schloßparknacht. Angefangen mit einer kleinen Lichternacht hat sie sich zu einem weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Spektakel entwickelt.
Die Erzählungen der beiden Kommunalpolitiker wurden zeichnerisch begleitet, durch „Visuell Recording“. Das heißt, dass die Erzählungen sofort visuell festgehalten wurden. Dafür war Karoline Spring aus Berlin verantwortlich. Sie war das erste Mal bei der Kreativsause dabei und total begeistert. Eigentlich ist sie Social Media Managerin, beschäftigt sich aber schon lange mit Graphic Recording. Das kann eigentlich jeder lernen, denn es gibt ganz einfache Techniken. Schließlich muss bei dieser Malart nicht jedes Detail herausgearbeitet werden. Das zeichnen ist für Karoline Spring ein Nebenprojekt zu ihrer Arbeit. „Ich denke in Bildern, dann kann ich mir vieles einfacher merken“, sagte sie. Gern ist sie bereit, wenn das Bedürfnis besteht, im Coconat auch Workshops dazu anzubieten. Vielleicht ja im nächsten Jahr zur Kreativsause oder auch schon vorher, wenn sich Interessenten im Coconat melden.