Was passiert hinter den geschlossenen Türen des Niemegker Theaters? „Da passiert zur Zeit leider gar nichts. Unsere Vereinsarbeit ruht völlig“, sagt Hartwig Matthäs, der Vorsitzende des Vereins Neues Volkstheater Niemegk.
Der 80-Jährige erklärt, dass das Ensemble die sprichwörtlichen „Bretter die die Welt bedeuten“ erst wieder betreten wird, wenn die Pandemie überstanden ist - wenn Treffen ohne Mindestabstands - und Maskenregeln wieder erlaubt sind.

Eigenproduktion „Es fährt kein Zug nach Irgendwo ...“

„Denn wie würde es aussehen, wenn unsere Schauspieler mit einem Mindestabstand von 1,50 Meter auf der Bühne stehen und beim Theaterspiel Masken tragen“, so Matthäs. Nachdem der Verein im Frühjahr mit Beginn des Lockdowns bereits kurzfristig die neue Eigenproduktion „Es fährt kein Zug nach Irgendwo ...“ schweren Herzens hatte absagen müssen, hoffte man anfangs noch, im Herbst die Premiere nachholen zu können.
Doch auch daraus wurde nichts. „Deshalb haben wir uns entschlossen, solange zu pausieren, bis wieder normale Begegnungen möglich sind“, sagt Matthäs. Solange bleibt die Theatertür nicht nur für Theaterfreunde, sondern auch für das Ensemble des Neuen Volkstheaters geschlossen.

Publikum wartet auf Ende der Corona-Pandemie

Bis dahin bittet Hartwig Matthäs alle Freunde des Neuen Volkstheaters sich in Geduld zu üben. „Es wird einen Neustart  geben“, verspricht der 80-Jährige - wissend dass das Publikum sehnsüchtig darauf wartet. Er erzählt, dass er die Frage - wann endlich das Theater wieder in Schwung kommt - in den vergangenen Monaten schon oft hat beantworten müssen. „Meine Antwort war dann immer, wir müssen abwarten. Wenn Corona überstanden ist, geht es wieder los.“

14 Laiendarsteller in der neuen Eigenproduktion aktiv

Auf diesen Zeitpunkt wartet jedoch nicht nur das treue Publikum. Auch das Ensemble wünscht sich nichts sehnlicher. „Ich würde sagen, es brennt darauf“, so Matthäs weiter. Insbesondere die 14 Laiendarsteller, die dann in der neuen Eigenproduktion „Es fährt kein Zug nach Irgendwo ...“ auf der Bühne stehen werden. Mit 14 Darstellern wird dies zugleich das personenmäßig größte Stück, das bislang aufgeführt wurde und in dem gleich drei neue Mitstreiter ihr Debüt geben werden.

Theater-Schauspieler möchte das Publikum zum lachen bringen

Und auf die Frage, ob die Theaterzwangspause auch dazu benutzt wird, nach neuen Stücken Ausschau zu halten - die irgendwann einmal auf die Niemegker Theaterbühne gebracht werden können - sagt Hartwig Matthäs: „Das machen wir eigentlich ständig“. Zu den wichtigsten Kriterien dabei zählt, dass es etwas lustiges ist. „Wir wollen, dass die Leute lachen“, betont der 80-Jährige - und da im Lachen bekanntlich die beste Medizin verborgen liegt, kann der Fangemeinde des Ensembles derzeit nur angeraten werden, sich an die Eigenproduktionen der zurückliegenden Jahre zu erinnern. Mit diesen Erinnerungen wird es gelingen, die theaterlose Zeit zu überstehen.
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