In Jeserig wurde eine alte Tradition wiederbelebt. Am Pfingstsamstag wurde am Jeseriger See unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln ein Maibaum aufgerichtet. André Queling blies dazu auf der Trompete. Die Idee, die schöne alte Maibaum-Tradition wieder aufleben zu lassen, kommt aus dem Kreis des Jeseriger Freitagsstammtischs.

Manfred Rabinowitsch über die freiwilligen Helfer in Jeserig erfreut

Ortsvorsteher Manfred Rabinowitsch freut sich, dass sich viele Freiwillige seit Wochen der Grünpflege in Jeserig annehmen. Rücksicht auf Blühflächen, geschützte Pflanzen und Brutbereiche können Freiwillige vor Ort besonders gut umsetzen. Die Pflegemaßnahmen können so auch bestmöglich dem jeweiligen Entwicklungsstand der unterschiedlichen Pflanzenarten angepasst werden. Absprachen untereinander ermöglichen die Umsetzung einer sensiblen Pflege. Unter Corona ist dies zwar  erschwert, aber nach dem ersten Grünpflegeeinsatz des Bauhofs kann sich Jeserig wirklich sehen lassen.

Ernst Neuendorf schuf Pinguine am Jeseriger See

Etwas verwundert waren aber, als die Pinguine am Jeseriger See entdeckten. Ernst Neuendorf sorgt sich um Klimawandel und Wetterkapriolen. Mit einem Augenzwinkern stellt er fest, dass der kalte Mai Pinguine an den Jeseriger See gelockt hat und fragt, wer wohl die Vögel bei der Ankunft beobachtet hat? Die Pinguine sind nicht das einzige Werk des rüstigen Rentners. Wer durch Jeserig fährt, hat vor dem Haus und neben der Kirche schon andere wundersame Dinge gesehen. Im Frühjahr fühlte sich dort zwischen Krokussen, Winterlingen und Blausternchen eine ganze Familie an Maulwürfen wohl. Seit  Jahren hat Ernst Neuendorf unter der Linde die Blumenzwiebeln gesteckt und vermehrt. In diesem Jahr hat alles besonders schön geblüht und viele Durchreisende hielten an, um Fotos von der Blütenpracht zu machen. „Man muss die Blüten aber auch ausblühen lassen, damit sie Samen tragen können“ erklärt Ernst Neuendorf.

Ein Herz für Natur und Tiere

Betritt ein Gast den Hof des 84-Jährigen, wird dieser zuerst von einem Schwarm Schwalben empfangen. Unter dem alten Torhaus hat Ernst Neuendorf Nisthilfen selbst gebaut und angebracht, einige Nester haben die Schwalben selbst gebaut. 72 Nester sind bereits belegt, aber der Rentner denkt, dass es wohl 80 werden. Dazu hat er die Nester nummeriert, um die Brutpaare zählen zu können. Auch jetzt füttert er täglich zwei Büchsen mit einem Gemisch aus Weizen, Sonnenblumenkernen und Haferflocken. Das lockt auch andere Vögel an. So konnte er regelmäßig zwei Kernbeißer beobachten.

Ernst Neuendorf schafft Kunstwerke aus Holz

Der Rentner arbeitet gern und viel mit Holz und hat so das Torhaus zu einer kleinen Ausstellung gemacht. So hängen dort neben Vogelkästen auch Bilder aus Kirsch- und Pflaumenkernen. Die Vorlagen für seine Tiermotive stammen aus Zeitschriften und auch von eigenen Fotografien. In einem Nebenraum steht ein Modell seines Heimatdorfes. Aus alten Fenstern hat er Bildergalerien angefertigt. Fast täglich arbeitet er in seiner kleinen Werkstatt.
In seinem Garten hat er eine Blühwiese angelegt. Die Mischung hat er teilweise selbst zusammengestellt. Im Moment blüht dort der rote Inkarnatklee. „Man muss Interesse und Liebe für all das mitbringen“, sagt Ernst Neuendorf. Früher musste auch bei ihm im Garten alles ordentlich aussehen. Aber auch der Rentner hat angefangen, um die Natur zu erhalten und zu schützen.