Wer nun die Umgebung des eigenen Wohnortes in- und auswendig kennt, kann sich andere Ziele suchen. Im Hohen Fläming gibt es viele ausgewiesene Wanderwege. Zu ihnen gehört der Internationale Kunstwanderweg Hoher Fläming. Er erstreckt sich über 38 Kilometer und verbindet die Bahnhöfe Wiesenburg und Bad Belzig. Die gesamte Strecke abzulaufen, ist eine Herausforderung. Für nicht ganz so geübte ist es besser, sich Teilabschnitte herauszusuchen. So gibt es schon rund um Wiesenburg einiges zu sehen.
Wer mit dem Zug anreisen möchte, kann vom Wiesenburger Bahnhof aus auf dem ausgeschilderten Wanderweg bis zum Wiesenburger Park laufen. Dieser ist zu jeder Zeit einen Besuch wert. Im Moment blühen dort Narzissen und Osterglocken in ihrer ganzen Pracht. Auf den Teichen tummeln sich Enten und Schwäne. Beim Verlassen des Parks in östlicher Richtung kommt der Wanderer am Winkelteich vorbei. Daneben stehen die Kirche und der Gedenkstein für den Heimatdichter Herrmann Boßdorf an seinem Geburtshaus. In der Alten Schule befindet sich das Atelier der Glaskünstlerin Iris Seraphin. Klingeln erwünscht! Wenn sie daheim ist, kann man sich umsehen und auch die Ausstellung besichtigen. Wunderschön anzusehen sind die kleinen Häuser und die Dekorationsideen ihrer Bewohner. Zum Ausruhen und Erzählen haben sich die Rentner direkt auf der Ecke einen gemütlichen Platz geschaffen – den Sommertreff der Rentner.
Weiter auf dem Kunstwanderweg kommt man am Fabrikteich vorbei. Es markiert den Übergang vom Dorf in die freie Natur. Dort steht mitten im Teich die "Kapelle" von Ute Hoffritz. Sie studierte an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg sowie Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. In den Wintermonaten ist das Kunstwerk nicht zu erleben, um Schäden durch den Frost zu vermeiden. Dann kommt der Wanderer in die weite Landschaft am Dorfrand. Der weite Blick zeigt grade jetzt im Frühling viele blühende Bäume. Unter einer alten Eiche kann gerastet werden, ehe es weiter zum nächsten Kunstwerk geht. Geschaffen wurde es von der niederländischen Künstlerin Silke De Bolle mit dem Titel: (K)uier(e) – Spazierengehen. Die Installation ist die Übersetzung eines Wortspiels: "Spazieren gehen" heißt im niederländischen "kuieren", in dem das Wort "Uier" (Euter) enthalten ist. Damals wie heute sind die schwarzweiß gefleckten Kühe prägend für das Landschaftsbild in Flandern. Die Euter sind Denkmäler für die durch die neuen Siedler eingeführten, neuen Kulturtechniken in der Landwirtschaft. Die vier Zitzen eines jeden Euters stehen für die enge Wechselbeziehung, die die vier "Elemente" Euter, Kuh, Natur und Mensch miteinander haben. Die unterschiedliche Euterfleckung steht für die Individualität der Menschen und der Natur. Das passt auch perfekt in der Fläming, denn auch hier wird Landwirtschaft betrieben und der Name Fläming rührt von den Siedlern aus den früheren Niederlanden her.
Schon von weitem sieht man im weiteren Verlauf bunte Stühle an einem Zaun hängen. Das sind zwar keine Werke eines Künstlers, fügen sich aber wunderbar in den Lauf des Wanderweges ein. Zum Sitzen sind sie zwar nicht mehr geeignet, aber die Bewohner haben sie zu Pflanzkästen umfunktioniert. Auf dem weiteren Weg Richtung Borne sind immer wieder Sitzgelegenheiten zu finden. Und wer mit offenen Augen durch die Natur geht, sieht noch viel mehr – riesige Lesesteinhaufen, Wasserlöcher, neu gepflanzte Alleebäume und Löwenzahn. Auch das Vogelgezwitscher ist nicht zu überhören. Unter der Solaranlage fühlen sich "Rasenmäher" wohl  - gemeinsam mit ihren Nachwuchs finden sie ausreichend zu futtern und halten so das Gras kurz. So müssen keine Maschinen zum Einsatz kommen und das Biotop bleibt erhalten.
Auf dem Rückweg durch das Dorf kommt der Wanderer an vielen blühenden Vorgärten vorbei. Über den Hesselberg haben Wanderer einen tollen Ausblick auf den Wiesenburger Schlossturm. Und es ist zu merken, das Ostern nicht mehr weit ist, in vielen Gärten wurde schon mit bunten Ostereiern dekoriert. Wie wäre es also mit einem Ausflug nach Wiesenburg? Und für einen weiteren Besuch können sich Wanderlustige ja den nächsten Abschnitt des Kunstwanderweges vornehmen.