Da es auch viele ehrenamtliche Dozenten gibt, kann die KVHS auf ein breites Kursangebot verweisen. Zu den Ehrenamtlern gehört auch Erika Bothe. Die 79-Jährige leitet einen Seniorentanzkurs. Zuvor hat sie sich zur Tanzleiterin beim Bundesverbandfür Seniorentanz ausbilden lassen. Über den Verein erhält sie viele Arbeitsmaterialien. Außerdem gibt es jedes Jahr neue CDs mit Tänzen, die speziell und zielgerichtet für ältere Menschen gedacht sind. Da gibt es Tänze auf den Füßen, im Sitzen, am Rollator oder am Stuhl."Wenn es einen einmal gepackt hat, kann man nicht mehr davon lassen", sagt Erika Bothe lachend. Denn auch sie kam zum Job als Tanzleiterin, weil sie selbst einmal einen solchen Kurs besuchte. Davon war sie so begeistert, dass sie unbedingt weiter machen wollte. Und jetzt ist sie sit 26 Jahren in dieser Funktion. Wer für seine Freizeitgestaltung etwas mit Bewegung sucht, ist bei so einem Kurs genau richtig. "Wir tanzen zu zweit, in der Gasse, im Kreis – da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt." Vor allem,", so Erika Bothe, "muss immer der Kopf mit." Und gerade das ist für die ältere Generation besonders wichtig. Für ihren Einsatz wurde sie auf der Ausstellungseröffnung mit einem kleinen Dankeschön bedacht. Und auch Ehemann Günter ist stolz auf seine Frau.
Nicolle Wundrich, Leiterin der Geschäftsstelle in Bad Belzig, gab zur Ausstellungseröffnung im Landratsamt einen Überblick über die Geschichte der Kreisvolkshochschule. Untermalt wurde alles mit Musik auf dem Saxophon von Lea Tullenaar.Zusammengestellt hat diese Monika Schwarz. Zusätzlich hat sie viele Pressebeiträge gerade aus der Wendezeit gesammelt.
Gegründet wurde die Kreisvolkshochschule am 1. Oktober 1949. Zu den ersten Abendkursen gehörten unter anderem: Aus Blei wird Gold, ein Traum der Menschheit wird Wirklichkeit oder Wie schreibe und spreche ich richtig deutsch. Viel genutzt wurden die Angebote des zweiten Bildungsweges. Neben der Hauptstelle in Bad Belzig gab es zusätzlich 16 Außenstellen, so in Brück, Wiesenburg, Niemegk und Golzow und auch in verschiedenen betreiben der Region. Mit der Verwaltungsreform 1952 wurde der Einzugsbereich auf den Kreis Belzig verkleinert. Die Dozenten wurden mit einem alten DKW auf die Dörfer gebracht. Ein Jahr später erhielt die Kreisvolkshochschule Büroräume im Mühlenhölzchen, 1955 zog sie in die Wittenberger Straße, wo sich heute die Brauerei Eggenstein befindet. In den 70er Jahren wurden Lehrgänge zur Vorbereitung auf ein Fachschul- oder Meisterstudium angeboten. Später konnten auch Schulabschlüsse nachgeholt werden und es gab ein breites Lehrgangsangebot für alle Interessensgebiete. Mit der Wende unterstanden die Volkshochschulen nicht mehr dem Ministerium für Volksbildung, sondern dem Kreis. Nach einer Brandstiftung 1996 musste die KVHS vorrübergehend in den Weitzgrunder Weg ziehen. Im Jahr 2000 wurde die Volkshochschule und die Musikschule in die freie Trägerschaft unter dem Dach der ABU Akademie für Bildung und Umschulung Potsdam-Mittelmark GmbH überführt. Fünf Jahre später erfolgte die Gründung der kreiseigenen "Kreismusikschule und Kreisvolkshochschule Potsdam-Mittelmark GmbH" mit Geschäftsstellen in Kleinmachnow, Bad Belzig und Werder. Seit 2013 hat die KVHS nun ihren Sitz in der Puschkinstraße, dem ehemaligen Kleinlederwaren.
In Kleinmachnow war die Ausstellung auch ursprünglich angesiedelt. Da dort im Moment umgebaut wird, kann sie vorerst in Bad Belzig besichtigt werden. Auch Landrat Wolfgang Blasig, der zur Eröffnung anwesend war, hofft, dass sich viel dafür interessieren. Auch wenn das Verwaltungsgebäude nicht unbedingt dafür geeignet sei. Später können am Beelitzer Standort repräsentativere Ausstellungen gezeigt werden.
Trotzdem hoffen alle Beteiligten, dass sich Besucher des Landratsamtes ein wenig Zeit nehmen, um sich über die Kreisvolkshochschule zu informieren. Sie wird noch bis zum 13. Dezember im Papendorfer Weg zu sehen sein. Außerdem wird der historische Stadtspaziergang mit Monika Schwarz, der bereits zum Jubiläum einmal stattfand,am 24. April ab 16.00 Uhr wiederholt.