Die „Lange Nacht der Museen“, die am vergangenen Sonnabend im Landkreis Potsdam-Mittelmark in 15. Auflage stattfand, fiel bedingt durch die Einschränkungen der Corona Pandemie vielerorts anders als gewohnt und geplant aus.
So war kurzfristig nicht nur die Auftaktveranstaltung auf der Burg Ziesar abgesagt worden. Auch in den Beelitzer Museen, dem Rote-Kreuz-Museum in Luckenwalde und dem Heimatmuseum in Michendorf blieben aufgrund steigender Corona-Infektionszahlen die Türen geschlossen.

Bad Belziger Heimatmuseum

Im Bad Belziger Heimatmuseum hatte man indes nur die beliebte Fackelführung bei Einbruch der Dunkelheit - über das Burggelände - gestrichen. Der Rundgang mit Museumsleiter Thomas Schmöhl, der in den vergangenen Jahren jeweils auf großes Interesse gestoßen und immer wieder ein Höhepunkt des Aktionstages war, fiel damit aus.

Jeweils nur zehn Besucher gleichzeitig

Dennoch: Das Museum auf der Burg hatte geöffnet und die Besucherresonanz war gut. Gegen 14.00 Uhr hatten bereits knapp 50 Museumsbegeisterte vorbeigeschaut. Einige mussten sich sogar in Geduld üben und standen bei ihrer Ankunft erst einmal vor einer verschlossenen Tür. Für diejenigen hieß es dann: „Bitte warten“. „Weil jeweils nur zehn Besucher in die Museumsräume dürfen und zwei in die Bibliothek“, erklärt Museumsleiter Thomas Schmöhl.

Butterturm ist und bleibt geschlossen

Immer wieder nachgefragt wurde - trotz Information an der Eingangstür - auch die Aussicht vom Butterturm. Doch da der bereits seit Beginn der Pandemie im Frühjahr für Besucher nicht zugänglich ist, blieb es auch während des Aktionstages „Feuer und Flamme“ dabei. „Die Besucher haben absolutes Verständnis für diese und alle anderen Sicherheitsmaßnahmen“, so Schmöhl weiter - vom tragen des Mund-Nasen-Schutzes bis hin zur Handdesinfektion vor dem Museumsbesuch.

Toilettenpapier - neues Ausstellungsstück

Eine neue Ausstellung - eigens für den Aktionstag - wurde im Bad Belziger Heimatmuseum nicht zusammengestellt. Es gab aber dennoch Neues - Ungewöhnliches - zu entdecken. So hängt seit kurzem unter der Decke, in der Nähe der Wetterfahne des alten Belziger Rathauses, ein kleines Paket. Die Folienverpackung verrät schon beim ersten Blick, dass das Ausstellungsstück nicht aus der Vergangenheit, sondern aus der Gegenwart stammt.
Damit nachfolgende Generationen vom Lockdown und all seinen Folgen erfahren, kam das erste Paket Toilettenpapier - welches in Wiesenburg im Frühjahr wieder käuflich zu erwerben war - ins Museum. Und da sind sie wieder, die Erinnerungen an jene Wochen im März und April 2020, als Toilettenpapier fast wie Goldstaub gehandelt wurde.

Kostenloser Museumsbesuch

Auch ein junges Paar aus Nennhausen bei Rathenow bleibt darunter stehen - lachend. Das verraten ihre Augen, die Münder sind hinter den Masken versteckt. Burg und Museum haben sie fasziniert. Dass der Museumsbesuch durch die Aktion „Feuer und Flamme“ an diesem Tag kostenlos zu erleben ist, ist ein kleines Sahnebonbon.

Sämtliche Burgen in Deutschland besuchen

Die beiden erzählen, dass sie sich das Ziel gesetzt haben, alle Burgen in Deutschland zu besuchen. Jetzt - wo aufgrund der Pandemie Reisen ins Ausland schwierig und teilweise nicht möglich sind. „Deshalb wollen wir Deutschland erkunden. Hier gibt es schließlich auch viel zu entdecken“, so Erik Starystach. Mit dem Besuch der Burg Eisenhardt fiel der Startschuss für das Vorhaben, dass einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte. Denn wie viele Burgen es in Deutschland überhaupt gibt, ist unbekannt. Die Zählarten sind von Bundesland zu Bundesland verschieden - und damit auch die Frage, ob Burgruinen dazu gezählt werden oder nicht. Wie auch immer.

Besuchs-Reigen-Auftakt in Bad Belzig

Den Auftakt ihres Vorhabens mit dem Besuch der hiesigen Feste schätzten die beiden als gelungen ein. Trotz der Sicherheitsvorkehrungen im Rahmen der Corona-Pandemie und des nicht möglichen Aufstiegs auf den Butterturm. Die Entscheidung für die Tour nach Bad Belzig als Auftakt war wiederum dem Zufall geschuldet. Das Ziel wurde, so Starystach, erst beim Frühstück festgezurrt. Beim Stöbern im Internet war das Paar auf die Burg Eisenhardt aufmerksam geworden. Und weil der Internetauftritt sie am meisten ansprach, fiel die Wahl auf die Burg in Bad Belzig. Auch das kleine Museum betreffend waren Miranda Rakuttis und Erik Starystach nach ihrem Rundgang voll des Lobes. „Die Ausstellung ist sehr authentisch. Hier gibt es viel zu entdecken und alles ist sehr lebensecht dargestellt. Echt super“, so ihr gemeinsames Fazit.