„Brück läuft einmal um die Welt! 40.075 Kilometer!“, unter diesem Motto versucht der FSV Brück 1922 möglichst viele Leute zu bewegen und damit Gutes zu tun. Gunnar Jacobi hatte von dieser Aktion in Münster gelesen und sich gedacht, das gleiche in Brück zu versuchen – nur in einem kleineren Maßstab. Zum Vergleich in der westfälischen Metropole leben um die 315.000 Einwohner, während Brück sich mit circa 3900 bescheidet. Grob gerechnet ein Hundertstel.

Laufen und senden

Die Idee ist, dass die sportlich Interessierten eine Lauf-App aktivieren und sich dann auf ihre Strecke begeben. Die muss nicht zwingend laufend absolviert werden, wer lieber wandern oder walken geht oder mit dem Rad seine Kilometer bewältigen möchte, kann an dieser Aktion teilnehmen. Hauptsache die Aktivität wird dokumentiert, zum Beispiel per Screenshot von der Lauf-App, und das Ergebnis an den FSV Brück gesendet, entweder per Facebook (FSV Brück 1922 e.V.), Instagram (@fsvbrueck1922), Twitter (@1922Fsv) oder E-Mail (bruecklaeuftumdiewelt@fsv-brueck.de).
Die sportlichen Aktivitäten sind schon per se ein Gewinn für den Ausführenden, doch in diesem Fall profitiert noch eine weitere Institution, das Naturbad Brück. Für jeden Kilometer erhält die beliebte Badeanstalt 1 Cent. Die FSV-Initiatoren haben Gewerbetreibende aus Brück und Umgebung angesprochen ob sie sich beteiligen und die Resonanz war überwältigend. Malermeister Enrico Dörrwand, Bauservice Brätz, Thoralf Leetz Duschen und mehr, Fliesen Jacobi, Versicherungsbüro Prokoph, Zahnärztin Katrin Schulze, Ing.-Büro Klenke und Müller& de Koning werden die Kilometerleistungen entlohnen und eventuell den Betrag zu einer schönen Summe aufrunden. Die Verantwortlichen des Naturbads Brück freuen sich über die Unterstützung, im Verlauf der Saison gibt es viele Dinge zu ersetzen, neu anzuschaffen - da kann die Spende helfen.

Motivation für Kinder

Neben dem finanziellen Aspekt war dem Mitinitiator Marko Kaplik ebenso wichtig Anreize für die Bewegung zu schaffen. Der Lehrer, der selbst Familienvater ist, dachte an den Nachwuchs, der nun wieder viel Zeit in den eigen vier Wänden verbringt, um per Laptop dem Unterricht zu folgen und anschließend vor dem Bildschirm Ablenkung zu suchen. „Wir haben schon Einsendungen gehabt, wo Mütter mit ihren Kindern laufen waren. So soll es sein“, freute sich Jacobi. Mit ins Boot geholt wurden auch die ansässigen Vereine, wie die Turnabteilung der TSG Brück, den Brücker Neujahrsläufern aber auch ganz sportfremd, den Karnevalsverein. Sie sollen ihren Mitglieder motivieren viel unterwegs zu sein: für sich und dem Naturbad.

Bis Lockdown-Ende

Am Sonntag folgte der Start, symbolisch eingeleitet durch den FSV-Präsidenten Stefan Jaeck vor dem Eingang zum Naturbad. Er ging, beziehungsweise lief, mit gutem Vorbild voran, steuerte 24 der 584,70 Kilometer bei, die am Sonntag notiert wurden. Um den Interessierten einen Überblick zu verschaffen ist vorgesehen, jeden Freitag auf der Homepage oder der Facebookseite des Vereins einen Zwischenstand zu veröffentlichen. Die Aktion soll mindestens bis zum Ende des Lockdowns fortbestehen. Das Ziel einmal um die Erde erscheint ambitioniert, doch machbar, so die Organisatoren Jacobi und Kaplik. Immerhin gab es auch schon Interessenten aus weiter entfernten Städten wie Leipzig und München, die für die Brücker mitlaufen wollen. Zusammen wird man es schaffen.