Bereits in der Eröffnungswoche freuten sich die Vereinsmitglieder des Freundeskreises Alte Schule e.V. über eine Vielzahl an Besuchern. Denn, obwohl um Voranmeldungen für die einzelnen Veranstaltungen gebeten wurde, kamen natürlich viele Literaturbegeisterte auch ganz spontan in Mal’s Scheune - Studio Wiesenburg. Da ging es in der kleinen Küche im doppelten Sinne heiß zu. "Wir hatten ein vollen Haus", freute sich Mitorganisatorin Alma Fichtner.
Alle zwei Jahre wird innerhalb der Literaturtage zu einem zweiwöchigen "Wörterfestival" eingeladen. Dabei haben nicht nur gestandene Autoren die Möglichkeit, ihre neuesten Werke zu präsentieren. Auch Hobbyschreiber bekommen eine Chance. So gab es am vergangenen Sonntagnachmittag Werke zu hören, die während der kürzlich stattgefundenen Kreativsause im Coconat in Klein Glien entstanden sind. Überhaupt wurde viel präsentiert, was direkt mit der Region verbunden ist und hier geschrieben wurde. Wie die Werke der Autorengruppe RE7. Der seltsame Name resultiert daraus, dass die Teilnehmenden mit dem gleichnamigen Regionalzug in regelmäßigen Abständen anreisen und in der Alten Schule arbeiten. Jacky Repp, Charlotte Popp und Phillip Jürgensen haben kürzlich an einem Workshop teilgenommen, der Kreativsause im Coconat. Die dort entstandenen Werke wurde in Wiesenburg vorgelesen. Und diese entstanden mitunter auf ungewöhnliche Weise, wie einem Spaziergang entlang des Kunstwanderweges oder auch einfach nur durch Wortspielereien. Wie auch bei Charlotte Popp. Die gebürtige Freiburgerin lebt in Berlin und arbeitet tageweise im Coconat. Naheliegend also, dass sie an dortigen Veranstaltungen teilnimmt. Die Projektmanagerin ist aber keine hauptberufliche Schriftstellerin. Ihr Interesse für das Schreiben rührt schon aus ihrer Schulzeit. Sie belegte einen Grundkurs für kreatives Schreiben. Charlotte Popp hat viel gelesen, Tagebuch geschrieben und auch kleine Gedichte verfasst. Lange Zeit lag ihr Talent brach, bis sie anfing, bei einer Firma für Audioguides zu arbeiten. Da kam das Interesse wieder zum Vorschein und der Gedanke, dass sie dieses Talent ausbauen sollte. Ihre Geschichte über die Freiwillige Feuerwehr entstand durch eines der angesprochenen Wortspiele. Ein Wort steht in der Mitte und alle machen sich Gedanken, welche Wörter dazu passen könnten. Schließlich werden Wörter zusammengesetzt und bei Charlotte Popp stand schließlich – Feuerwehrgeselligkeit. Auch wenn sie noch nie mit dem Thema zu tun hatte, kam eine wunderschöne Geschichte über die Arbeit, aber auch Vorurteilen gegenüber den Kameraden heraus. Natürlich hat sie sich beim Ortswehrführer informiert, wie die Arbeit der Feuerwehren aussieht.