Anfangs wurde das Fest jedoch - je nach Wetterlage - terminiert. Kündigten die Wetterpropheten Schnee an, wurde das Rodelfest am Ortsausgang nach Freienthal zu spontan angesetzt. Doch da die Winter seit Jahren ihrem Namen nicht mehr Ehre machen und auf den Flockenwirbel kein Verlass mehr ist, zeigten sich die Damelanger kreativ. Man entschloss sich, das Fest alljährlich an einem festen Termin zu veranstalten und den Nachwuchs anstatt mit Schlitten, mit Bobby-Cars, Spielzeug-Treckern und anderen Kinderfahrzeugen den Rodelberg hinab sausen zu lassen.
So auch kürzlich geschehen. Wieder einmal war der Kuhberg mitten im Januar schneefrei geblieben. Weshalb der Nachwuchs, wieder einmal, mit der Fahrzeugflotte auf Rädern anrückte. Und, wieder einmal, war für die Après-Ski-Party im Flachland alles auf das Trefflichste vorbereitet. Der Hügel hinter den Rinderställen lag im Scheinwerferlicht, Feuerschalen brannten, Glühwein, Grillwürstchen, Steaks und heißer Kakao standen bereit. "Der Kakao ist aus frischer Milch zubereitet", betont Jaqueline Trautvetter und erzählt, dass sowohl der Kakao als auch die Beleuchtung für das am Waldrand gelegene Areal von der Familie Roubroeks gesponsert wird. Letztere bewirtschaftet die Rinderanlage, die dem Hügel den Namen gab. Ihren Kuhberg - auf dem an den Ostertagen Eier getrudelt und im Winter gerodelt wird - haben die Damelanger seit Ende der 1970er Jahre. Damals ließ die örtliche LPG die Rinderanlage erbauen und den Hügel aufschütten. "Den Kuhberg haben wir Horst Baatz zu verdanken. Er war damals LPG-Vorsitzender", sagt Grit Hoffmann.
Zugleich wurde mit den Kuhberg für die Kinder aus dem Dorf ein großes Defizit ausgeglichen. Der Engelsberg am anderen Ende des Dorfes, wo schon Generationen zuvor Rodelspaß erlebten, war für sie nicht mehr zugänglich. Das Areal im Wald hinter dem Teerofen war, auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes gelegen, zum Sperrgebiet erklärt worden.
Die geselligen Stunden am Damelanger Kuhberg vergingen dann auch wie im Fluge. Während der Nachwuchs mit Bobby-Cars, Spielzeug-Treckern und sogar Fahrrädern den Hügel hinabsauste, vertieften sich die Erwachsenen in Gespräche.
Dass der DFFV im Vorfeld gebeten hatte, für den Glühwein eine eigene Tasse mitzubringen, wurde allgemein von den Besuchern für gut befunden. "Wir wollen von Jahr zu Jahr weniger Plastik über den Tresen geben", kündigt Grit Hoffmann an.