Kinos, Theater und Museen sind bedingt durch die Corona-Pandemie seit vielen Wochen geschlossen. Doch was passiert hinter den geschlossenen Türen? „Da gibt es trotzdem viel zu tun“, sagt Thomas Schmöhl, der seit 28 Jahren das Heimatmuseum auf der Burg Eisenhardt in Bad Belzig leitet.

Bestandsdokumentationen, Objektforschungen, eine Extraportion Pflege

Und so wird die Zeit, in der keine Besucher durch die Ausstellungsräume schlendern dürfen, für Arbeiten genutzt, für die sonst kaum Zeit bleibt. Da erfolgen Bestandsdokumentationen und Objektforschungen, da werden Exponate für neue Ausstellungen zusammengestellt und erhalten Ausstellungsstücke eine Extraportion Pflege. Vom alten Webstuhl bis hin zu den Flachswerkzeugen der alten Belziger Weber - jedes einzelne Ausstellungsstück wird dabei in die Hand genommen. Das Holz wird gereinigt und danach mit speziellen Pflegeprodukten nachbehandelt. Auch die alte Ratswaage, landwirtschaftliches Gerät, mit dem die Altvorderen ihrem Tagwerk nachgingen, Mobiliar und andere Ausstellungsobjekte erhalten bei der Gelegenheit eine Auffrischungskur. Damit das kleine, gepflegte und liebevoll eingerichtete Heimatmuseum nach dem Lockdown wieder an den Start gehen kann.

3.000 Museumsbesucher im Jahr 2020

Während in den vergangenen Jahren durchschnittlich 4.000 Besucher durch die Ausstellungsräume schlenderten, waren es im Coronajahr 2020 immerhin noch rund 3.000 Museumsbegeisterte. „Im Vergleich zu den Vorjahren hatten wir etwa 1.000 Gäste weniger und sind damit vergleichsweise noch gut besucht gewesen“, erklärt Thomas Schmöhl. So kamen nach dem ersten Lockdown bis in den Oktober viele Individualbesucher nach Bad Belzig und verbanden damit einen Besuch im Heimatmuseum, dass unter Einhaltung der Mindestabstandsgebote während dieser Zeit vorübergehend wieder öffnen durfte. Für die Sicherheitsvorkehrungen - vom Tragen des Mund-Nasen-Schutzes über die Handdesinfektion bis hin zur Begrenzung der Besucherzahl in den Ausstellungsräumen - hatten die Besucher absolutes Verständnis.

Butterturm ist seit Beginn der Pandemie geschlossen

Immer wieder nachgefragt war in diesem Zusammenhang auch die Aussicht vom Butterturm. Doch der wurde mit Beginn der Pandemie im Frühjahr geschlossen und bleibt es bis heute.
Weiter gewachsen ist indes der Bestand des Museums. Wenngleich die Neuzugänge auch klein sind - umfassend unter anderem historische Fotografien - sind sie besonders wertvoll für die Stadt. Angebotene größere Exponate konnten, bedingt durch die räumlichen Gegebenheiten, nicht entgegen genommen werden. „Es ist zwar schon einige Jahre her, aber doch erwähnenswert. Das größte Objekt, dass dem Museum angeboten wurde, war eine komplette Dampfmaschine“, erinnert sich Thomas Schmöhl.

Mehr als 20.000 Ausstellungsstücke im Museum auf Burg Eisenhardt

65 Jahre nach der Eröffnung als Belziger Heimatstube am 25. März 1956 umfasst der Museumsbestand heute mehr als 20.000 Ausstellungsstücke - von der historischen Ansichtskarte bis zur Zeitung. Dahinter verbergen sich auch zirka 2.500 gegenständliche Objekte - von der Flämingtracht bis zur Zossener Ratswaage.
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