"Niemals vergessen", heißt es auf einem kleinen Stein, der aus Anlass des 76. Jahrestages der Befreiung von 72 Häftlingen aus dem KZ-Außenlager Roederhof am Gedenkstein im Grünen Grund abgelegt wurde. Daneben liegen kleine Blütensträuße vom Vergissmeinicht und weitere Blumen. Sie stammen von Menschen, die den Tag der Befreiung des Lagers am 3. Mai 1945 durch die Rote Armee und die damit verbundene kampflose Übergabe der Stadt nicht vergessen haben und im Verlauf des Tages am Gedenkstein im Grünen Grund innehielten.

Gedenkveranstaltung im großen Rahmen wie 2020 abgesagt

Wie im vergangenen Jahr hatte auch das diesjährige traditionelle Gedenken aufgrund der Corona-Viruspandemie abgesagt werden müssen. "Diese Entscheidung war in Absprache mit Bürgermeister Roland Leisegang getroffen worden", erklärt Inge Richter, die Vorsitzende des Förderkreises Roederhof.
Unter Einhaltung des Infektionsschutzes legen Inge Richter und Robert Wildgrube, der stellvertretende Bürgermeister, dann am späten Nachmittag Blumengebinde am Gedenkstein nieder. Es ist eine würdevolle, kleine Zeremonie; mit der an das furchtbare Geschehen auf diesem Flecken Erde erinnert wird. Robert Wildgrube dankt in seiner kurzen Ansprache den Mitgliedern des Förderkreises Roederhof, die sich der Aufarbeitung der Geschichte des KZ-Außenlagers Roederhof widmen, die gegen das Vergessen und Verdrängen eintreten.

Angehörige überlebender Häftlingsfrauen ließen Grüße ausrichten

Inge Richter richtete vor Ort auch Grüße von Angehörigen überlebender Häftlingsfrauen aus. Zu ihnen gehört Helena Rens aus Belgien - sie ist die Nichte der im Lager zu Tode gekommenen Maria Aerts - die bereits mehrmals an den traditionellen Gedenkveranstaltungen teilgenommen hat. "Nicht nur Helena Rens wäre heute gern dabei gewesen", betont Inge Richter.

Band der Reihe "Schicksale" an Bad Belziger Schulen überreicht

Zwei Schülerinnen der Bad Belziger Grundschule "Geschwister-Scholl" gestalten mit der Rezitation des Gedichts "Stilles Gedenken" von Katharina Dahms die Veranstaltung mit. Später übergibt Inge Richter an sie und an Vertreter der Krause-Tschetschog-Oberschule und des Fläming-Gymnasiums den 2020 erschienenen Fortsetzungsband der Reihe "Schicksale". Die Bücher sollen den Unterricht ergänzen und Wissen vermitteln - damit sich die dramatische Geschichte - wie sie sich während des Zweiten Weltkrieges auch am Rand hiesiger Stadt zutrug - nicht wiederholt.
Am Abend ist der kleine Stein mit der Aufschrift "Niemals vergessen" in Blumengebinde gebettet. Ein sichtbares Zeichen, dass in Bad Belzig das Geschehene nicht vergessen wird.