Wenn Rauchschwaden über der Werbiger Heide aufsteigen, ist das kein Waldbrand. Zur Pflege der Heide und zur Naturverjüngung wurden fünf Hektar überalterter Heideflächen im Auftrag der Naturparkverwaltung Hoher Fläming geflämmt.
Beim Flämmen geht das kontrolliert von Fachleuten gelegte Feuer rasch über die Heide hinweg, so dass die Hitze nicht tiefer als ein bis zwei Zentimeter in den Boden eindringt. So bleiben im Boden überwinternde Insekten und Reptilien geschützt und können sich im Frühjahr auf einen verbesserten Lebensraum freuen. Durch das Feuer bekommen die Heidekrautsamen wieder Platz und Licht. In kurzer Zeit ist die Heide regeneriert, junge Triebe blühen intensiver als überalterte Pflanzen.

Seit Jahrzehnten erfolgreich angewandtes Verfahren

Das Flämmen ist ein seit Jahrzehnten erfolgreich angewandtes Verfahren, das auch die Bundesforstverwaltung und Naturschutzstiftungen in Schutzgebieten Brandenburgs praktizieren. Die Naturparkverwaltung Hoher Fläming hat dazu das Spezialunternehmen PYRECO beauftragt. Zum Schutz der umliegenden Kiefernforste ist ein breiter Waldbrandschutzstreifen angelegt worden. Die Naturparkverwaltung weist darauf hin, dass zeitweise mit einer starken Rauchentwicklung zu rechnen ist. Es besteht jedoch für die umliegenden Wälder keine Gefahr, da Feuerwehrleute die geplanten Arbeiten begleiten.

Erstmals 2017 die Werbiger Heide geflämmt

Im 20 Hektar großen Naturschutzgebiet „Werbiger Heide“ wurden im Winter 2017 erstmalig zehn Hektar überalterte Heidebestände durch Flämmen erfolgreich verjüngt. Die Ergebnisse eines Stechimmen-Monitorings 2018/19 zeigten, dass die weiteren zehn Hektar Heidefläche ebenfalls überaltert sind, sich die geflämmten Heidebestände aber gut verjüngt haben. Das hat sich positiv auf die Wildbienenpopulationen ausgewirkt.