Die Naturparkverwaltung Hoher Fläming unterstützt im Jahr 2021 das Anbringen von Nisthilfen im Naturpark für die Gebäudebrüterarten Mauersegler, Rauch- und Mehlschwalbe. Das Land Brandenburg stellt 180 Nisthilfen im Wert von rund 6.000 Euro bereit. Engagierte Privateigentümer, aber auch Vereine, Schulen oder Gemeinden können ab sofort ihr Interesse der Naturparkverwaltung in Raben mitteilen.

Dramatischer Rückgang der Populationen von Mauerseglern, Mehlschwalben und Co.

Vögel, die Gebäude als Brutplatz wählen, werden als Gebäudebrüter bezeichnet. Ihre ursprünglichen Brutplätze waren meist steile Felswände. Ähnliche Strukturen fanden sie in menschlichen Siedlungen. Daher sind sie dem Menschen in die Dörfer und Städte gefolgt. Zu den Gebäudebrütern gehören Mehlschwalben, Hausrotschwänze, Mauersegler, Turmfalken und Dohlen. Durch Sanierungen und Baumaßnahmen an Gebäuden, mangelnder Akzeptanz und fehlendem Wissen über Alternativlösungen werden die Brutquartiere oft zerstört. Ein dramatischer Rückgang der Populationen von Mauerseglern, Mehlschwalben und Co. ist die Folge.

180 Nisthilfen für Mauersegler, Rauch- und Mehlschwaben

Die Naturparkverwaltung Hoher Fläming stellt interessierten Gebäudeeigentümern im Naturpark Hoher Fläming, die diesem „Wohnraummangel“ entgegenwirken möchten, insgesamt 180 Nisthilfen für Mauersegler, Rauch- und Mehlschwaben über eine Kooperationsvereinbarung kostenlos zur Verfügung.
Die potenziell geeigneten Standorte der Nisthilfen sollten im Naturpark Hoher Fläming liegen. Die Ansiedlung wird begünstigt, wenn bereits Schwalben oder Mauersegler in der Umgebung vorkommen. Ein begleitendes Seminar wird die neuen Vermieterinnen und Vermieter fachlich auf die unterschiedlichen Ansprüche der tierischen Bewohner, wie die Standortwahl und das fachgerechte Anbringen der Nisthilfen, vorbereiten.  Denn bei der Wahl des Standortes ist auf eine ausreichende Entfernung zu potenziellen Stör- und Gefahrenquellen, wie Mauervorsprünge, zu achten, um zu verhindern, dass Katzen oder Waschbären die Vögel erreichen.

„Vorlieben“ der Vogelarten sind beim Anbringen zu beachten

Auch unterschiedliche „Vorlieben“ der Vogelarten sind zu beachten: Rauchschwalben brüten eher in Gebäuden, Schuppen und Ställen, bei denen während der Brutsaison die Zugänglichkeit gewährleistet sein muss. Sie mögen keine direkten Nachbarn, so dass Nester mindestens fünf Meter auseinander liegen sollten, und sie sollten nicht in Zugluft angebracht werden. Mehlschwalben brüten gern in Kolonien, so dass das Anbringen mehrerer Nisthilfen nebeneinander sehr sinnvoll ist. Sie bevorzugen die Außenbereiche der Gebäude, die wettergeschützt unter einem Dachvorsprung oder unter einem Torhaus liegen sollten. Kotbretter helfen hier „herabregnenden Konflikten“ vorzubeugen.

Geeignete Standorte in Bad Belzig, Ziesar, Görzke, Wiesenburg, Reetz, Schmerwitz, Niemegk und Brück

Mauersegler sind ebenfalls Vögel, die sich in der Gruppe wohl fühlen. Auch hier sind mehrere Nisthilfen nebeneinander zu empfehlen. Sie benötigen jedoch hohe Gebäude. Der Nistkasten sollte mindestens in vier bis fünf Metern Höhe angebracht werden und eine freie Anflugschneise haben. Der ideale Nistplatz befindet sich im Osten, Nordosten oder Norden, um die Sonneneinstrahlung im Sommer gering zu halten. Geeignete Standorte wären hier beispielsweise Bad Belzig, Ziesar, Görzke, Wiesenburg, Reetz, Schmerwitz, Niemegk und Brück, da hier vermehrt Mauersegler gesichtet wurden.
Interessierte Gebäudeeigentümer, die das Projekt unterstützen und Nisthilfen an ihren Gebäuden anbringen möchten, können sich bis zum 26. Oktober bei der Naturparkverwaltung Hoher Fläming melden. Weitere Informationen sind nachzulesen unter www.hoher-flaeming-naturpark.de.