Dass der Kuckuck seine Eier in fremde Nester legt, ist allgemein bekannt. Aber auch bei Insekten gibt es dieses Phänomen, beispielsweise bei den Wildbienen. Fast jede Art hat seine eigene Kuckucksbiene. Das Vorgehen ist analog zu dem der Vögel, die Kuckucksbiene wartet, bis das Nest der Wildbiene unbewacht ist und legt dann dort seine Eier ab.

Dr. Hannes Petrischak von der Heinz-Sielmann-Stiftung hielt einen Vortrag zum Thema Wildbienen

Das und viele weitere interessante Aspekte über die wohl wichtigsten Blütenbestäuber konnten die Gäste zur Eröffnung der Sonderausstellung über Wildbienen gleichzeitig zu den Apfeltagen im Naturparkzentrum Raben erfahren. Dr. Hannes Petrischak von der Heinz-Sielmann-Stiftung konnte für einen Vortrag gewonnen werden. Die Ausstellung enthält nicht nur Textbausteine und Plakate, sondern neben einem riesigen Wildbienenmodell auch fantastische Makroaufnahmen von Hannes Petrischak.

Die Hälfte der 600 Wildbienenarten in Deutschland steht auf der roten Liste

Fast 600 Wildbienenarten gibt es in Deutschland, über die Hälfte stehen auf der roten Liste. Die Gründe sind vielfältig. Zum einen verschwindet immer mehr der Lebensraum der Wildbienen, sowohl auf dem Land als auch in der Stadt. Gründe dafür sind die Intensivierung der Landwirtschaft, zunehmende Wohnbebauung und Bodenversiegelung. Besonders Überdüngung und der Einsatz von Pflanzenschutzmittel und Pestiziden sind ein Problem. Wildbienen haben natürlich auch Feinde. Neben den Kuckucksbienen sind das unter anderem verschiedene Käferarten. So ist der schwarz-rot gestreifte Bienenkäfer zwar schön anzusehen, aber er legt seine Eier in das Nest der Wildbiene und vernichtet so deren Brut. Auch der Klimawandel hat Auswirkungen auf das Vorkommen von Wildbienen. So sieht man wieder recht häufig die blauschwarze Holzbiene, die eigentlich ein eher tropisch-subtropisches Verbreitungsgebiet hat.

Wildbienen mit Nisthilfen und Pflanzen in den heimischen Garten locken

Wildbienen lassen sich durch Kultivierung bestimmter Pflanzen in den Hausgarten locken. Glockenblumen, Ackerwinde, Ochsenzunge und Natternkopf sind beliebt. So eine wilde Ecke, in der nicht jeder Schnipsel Unkraut weggehackt wird, kann also durchaus von Vorteil sein. Nisthilfen, selbst gebaut der gekauft, werden in den Gärten immer beliebter.
Übrigens vor Stichen braucht man kaum Angst zu haben, Wildbienen stechen von sich aus nie, sie sind nicht aggressiv und flüchten eher.