Der 21. Mai ist europaweiter Natura-2000-Tag. Natura 2000 ist der rechtliche Rahme der EU für schützenswerte Biotope und stellt das größte Schutzgebietsnetz der Welt dar. Ziel ist der Erhalt natürlicher Lebensräume und wild lebender Pflanzen und Tiere. In Brandenburg sind 44 Tier- und Pflanzenarten, 48 Vogelarten und 39 Lebensraumtypen geschützt.

Flämingrummeln und die Trockenrasen im Hohen Fläming

In der Fläming-Region gehören dazu die Flämingrummeln und die Trockenrasen. Dabei hat Brandenburg noch nicht alle Lebensräume gemeldet. „Es gibt bereits eine flächendeckende Biotopkartierung“, erklärt Moritz Detel von der Naturwacht „Hoher Fläming“. Diese ist aber noch nicht vollständig. Für den Schutz gibt es die Möglichkeit eines Naturschutzgebietes oder eines Landschaftsschutzgebietes.

Trockenwiesen um Borner Mühle und Presseberg in Bad Belzig sind schützenswerte Biotope

Im Naturpark „Hoher Fläming“ erstrecken sich 17 Teilflächen dieser Biotope. Die hier typischen Trockentäler, die Rummeln, sind vor über 10.000 Jahren während der letzten Eiszeit entstanden. Im Hohen Fläming sind wohl die Trockenwiesen um die Borner Mühle und der Presseberg in Bad Belzig die bekanntesten. Der Name stammt daher, dass bis Mitte des 19. Jahrhunderts dort Wein angebaut und gepresst wurde. Heute ist dort eine kleine Fläche blütenreicher Sandtrockenrasen. Besonders die Kartäuser-Nelke und die Sandgras-Nelke verleihen in ihrer Blütezeit der Fläche einen Hauch von rosa. Während die Kartäuser-Nelke noch etwas Zeit braucht, fängt die Sandgras-Nelke gerade an zu blühen und zieht so eine Vielzahl an Insekten an. Speziell der Schwalbenschwanz, einer der schönsten Falter in der Region, geht sozusagen eine Symbiose mit dem Trockenrasen ein. Man kann seine Raupen, aber auch ihn selbst finden. Seinen Namen hat er daher, dass seine verlängerten Hinterflügel dem Schwanz einer Schwalbe ähneln. Besonders der Berg-Haarstrang, welcher auf dem Presseberg wächst, hat es dem Falter angetan. Er bietet viel Nektar und Pollen und die Raupen mögen besonders die Blätter.

Schafe haben die Fläche frei gehalten von Baum- und Strauchwuchs

Ursprünglich war die Fläche viel größer. Weil aber keine Schafe mehr grasen und die Mahd nicht mehr lohnt, sind an den Rändern Pappeln, Kiefern, Kastanien und Traubenkirsche aufgegangen. Im Rahmen des Projektes „Life Trockenrasen“ kümmern sich nun die Stadt Bad Belzig (Eigentümerin der Fläche) und die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg um den Erhalt und die regelmäßige Pflege des Trockenrasen. Dieser wurde in der Regel zweimal im Jahr gemäht. Diese Arbeit werden zukünftig Ziegen erledigen. Man konnte einen Halter in Treuenbrietzen ausfindig machen, der demnächst seine Tiere zum Presseberg bringen wird.
Bereits im vergangenen Jahr konnten Besucher unterhalb der Borner Mühle Pferde weiden sehen. Sie pflegen den dortigen Rasen. Nachdem der ehemalige Schäfer nicht mehr zur Verfügung stand, war die Naturwacht froh, einen ortsansässigen Pferdehof für diese Aufgabe zu gewinnen.

Angelegte Blühstreifen durch die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg gefördert

Moritz Detel vermutet, dass es künftig noch mehr dieser Flächen geben wird, denn der Klimawandel macht auch vor dem Fläming nicht halt. Aber es wurden in den letzten Jahren auch bewusst Blühstreifen von Landwirten angelegt, zum Beispiel an Feld- und Wegrändern. Diese Aktivitäten werden durch die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg gefördert und unterstützt. So kann sich eine Vielfalt an Pflanzen entwickeln, auch wenn diese nicht alle unter Naturschutz stehen. Die Insektenwelt freut sich und gerade Taubnesseln oder auch Gänseblümchen gehören zu den Frühblühern und somit zur ersten Nahrungsquelle von Bienen und Hummeln.