„Jeder Neuanfang ist eine Chance“, sagt Niemegks Amtsdirektor Thomas Hemmerling mit Blick auf die aktuell laufende Ausschreibung zur Neuverpachtung der Burg Rabenstein. Noch bis zum 31. Oktober haben Interessierte Gelegenheit, sich mit einem pfiffigen Geschäftskonzept um die Pacht und Betreibung der mittelalterlichen Feste auf dem „Steilen Hagen“ in der Gemeinde Rabenstein/Fläming zu bewerben.

Betreiberfamilie Ebert geht zum 31. Oktober

Die Neuverpachtung ist notwendig geworden, weil die bisherigen Pächter nach nicht einmal drei Jahren die Burg wieder verlassen. Der mit ihnen geschlossene Pachtvertrag, der eigentlich bis zum Jahresende laufen sollte, wird auf Wunsch der Betreiberfamilie Ebert zum 31. Oktober beendet.
An die Zeit anknüpfen, als die weit über die Region hinaus bekannte und gut etablierte Burg Rabenstein Touristenmagnet war und mit vielerlei Veranstaltungen zig Besucher anlockte, war ihnen nicht gelungen.

Tourismusmagnet soll glanzvoll belebt werden

Jetzt hoffen die Gemeinde Rabenstein/Fläming als Eigentümer des Objekts und das Amt Niemegk, dass der Touristenmagnet Rabenstein nach einer Neuverpachtung wieder zum alten Glanz zurückfindet. Doch dafür braucht es ein fundiertes Geschäftskonzept. „Die Burg zu betreiben ist kein Hobbybetrieb, sondern eine echte Herausforderung für einen Unternehmer“, sagt Niemegks Amtsdirektor Thomas Hemmerling. Damit das Geschäft auch im Winter und unter der Woche läuft, wenn Erfahrungsgemäß weniger Ausflügler unterwegs sind, braucht es ein gut durchdachtes Konzept und kreative Ideen für die alte Feste. Nur so kann die konstante Auslastung von Gastronomie und Herberge auf dem Rabenstein gelingen; die zu erreichen, unter Corona Bedingungen freilich noch schwieriger ist.

Derzeit nur wenige Angebote auf der Burg

Aktuell ist der Burghof nur an den Wochenenden zugänglich. Dann wird auch ein Imbissangebot angeboten.  
Ungeachtet der stark eingeschränkten Öffnungszeiten der Burg lädt jedoch Ralf der Rabe, mit bürgerlichem Namen Ralf Kirsten, zu musikalischen Burgführungen im historischen Gewand ein. Das Interesse an Kultur mit Mittelalterflair in den Burgmauern des Rabensteins ist nach seiner Einschätzung sehr groß; die Führungen sehr gut angefragt. Auf die Frage, was er sich von einem neuen Burgpächter wünschen würde, antwortet er: „Das er für das mittelalterliche Programm und für Kultur überhaupt Herz und Seele hat. Aber das wichtigste wäre, dass er in der Lage ist, die Gastronomie wieder zum Leben zu erwecken. Dafür braucht es einen cleveren Mann oder eine clevere Frau. Wer es wagt, muss Mut haben.“

Bewerbungen bis zum 31. Oktober einreichen

Mutige Gastronomen haben wiederum noch bis zum 31. Oktober diesen Jahres Gelegenheit, sich mit einem cleveren Geschäftskonzept um die denkmalgeschützte Burg zu bewerben.
Im Exposé, welches auf der Internetseite des Amtes Niemegk einzusehen ist, können sich potenziell Interessierte einen Überblick verschaffen. Neben Informationen zur Feste, sie wurde um das Jahr 1200 auf dem „Steilen Hagen“ erbaut, findet man dort auch Zahlen und Fakten um die Nutzung der vorhandenen Bauten und Ausstattungen sowie über die Höhe der geforderten Pacht. Die ist wiederum nicht unerheblich. Als jährliche Pacht sind im Exposé 90.000 Euro plus 10.000 Euro für Betriebskosten wie Steuern, Versicherungen und Brandschutz genannt.

Die Burgtore öffnen sich...


Die Burg Rabenstein ist unter der Woche geschlossen - Eintritt besteht nur im Rahmen der Burgführungen mit Ralf dem Raben. Seine musikalischen Burgführungen finden am 18. Oktober, 20. Oktober, 21. Oktober und 23. Oktober 2020 statt. Beginn ist jeweils 12.00 Uhr. Treffpunkt zu den Führungen ist an den Sonntagen vor dem Rittersaal im Burghof und an den Wochentagen vor dem Burgtor am Bergfried. Anmeldung unter 0162/7767341 oder  kontakt@ralf-der-rabe.de.