Am vergangenen Montag wurden die Unterschriftenlisten an die Vorsitzende des Petitionsausschusses des Landes Brandenburg, Kristy Augustin, übergeben.
"Es ist unglaublich, dass in so kurzer Zeit so viele Stimmen zusammengekommen sind. Wenn man bedenkt, wie klein unsere Gemeinde ist, ist das ein Ergebnis, das deutlich macht, wie sehr wir für den Radweg kämpfen", so Grit Hoffmann aus Damelang. Mit Ulf Dingelstädt, Brücks Amtsdirektor Marko Köhler und weiteren Mitstreitern der Radweginitiative übergab sie am Montag die Unterschriftensammlung. Mit dabei auch der siebenjährige Carlo Baatz und ihr Sohn, der zehnjährige Kilian Hoffmann - mit ihren Fahrrädern natürlich.
Bürgermeister und Amtsdirektor erläuterten im Gespräch mit Kristy Augustin noch einmal die Notwendigkeit des Radwegbaus und erinnerten an die bisherigen Aktionen vor Ort.
Seit mehr als zehn Jahren kämpfen die Einwohner der Planebruchdörfer Cammer, Damelang/Freienthal und Oberjünne um die 15 Kilometer lange Radwegverbindung zwischen Golzow und Brück. Während dieser Zeit wurden bereits zweimal rund 1.500 Unterschriften gesammelt und dem Landtag übergeben. Ferner wurden drei Protestfahrten auf der Strecke gestartet, um die Forderung nach einem Radweg zu untermauern. Letztmals im April 2019, als mehr als 150 Velofahrer auf der Landesstraße L85 radelten.
Bislang verweisen der zuständige Landesstraßenbetrieb und die Verkehrsverwaltung jedoch auf einen zu geringen Durchgangsverkehr. "Neueste Zählungen widersprechen dem. Laut Angaben des Amtes Brück werden an den Werktagen über 2.200 Fahrzeuge auf dieser Strecke gezählt", ergänzt Andreas Koska. Die ablehnende Begründung, dass die Straße eine im Landesvergleich geringe Verkehrsbelastung aufweise und ein separater Radweg somit nicht gerechtfertigt sei, sorgt in dieser Folge für Unverständnis. Der Vorsitzende des Tourismusvereins Zauche-Fläming betont: "Mit dem Bau des Radweges würde sich zugleich die touristische Infrastruktur verbessern". Über den 15 Kilometer langen Abschnitt zwischen Golzow und Brück würde der Lückenschluss zum Europaradweg R1 und zum straßenbegleitenden Radweg an der Bundesstraße 102 gelingen und zugleich ein Rundkurs um die Belziger Landschaftswiesen entstehen.
"Das Kinder mit dem Fahrrad vor Ort dabei waren, wurde wohlwollend zur Kenntnis genommen", so Grit Hoffmann weiter. Mit Blick auf die 6.811 Unterschriften sagte sie:
"Wir sind verdammt stolz auf diese Zahl. Ein jeder hat seinen Anteil dazu beigetragen".
Nach der Übergabe der Listen an den Petitionsausschuss des Brandenburger Landtages heißt es für die Menschen vor Ort erst einmal wieder, sich in Geduld zu üben. Bis zur Überprüfung der bisher getroffenen Entscheidungen zum Radwegbau an der L 85 werden vermutlich  einige Wochen oder sogar Monate vergehen.