Unter den Schwanebecker Storchenfreunden hat sich Erleichterung breit gemacht. Während andernorts schon gebrütet wird, sind endlich auch in Bad Belzigs Ortsteil Schwanebeck die Rotstrümpfe aus dem Winterquartier in Afrika zurück.
„Am Dienstag, 11. Mai, um 12.45 Uhr flog Vater Storch ein. Er ist beringt und so eindeutig zu erkennen“, berichtet Bärbel Kraemer. Im vergangenen Jahr, als der damals neu errichtete Storchenhorst erstmals von den Vögeln bezogen wurde, hatte die 58-Jährige ein Storchentagebuch begonnen, dass jetzt natürlich fortgesetzt wird, und den Storchensommer im Dorf mit der Kamera im Bild festgehalten. Die Aufnahmen haben damals recht schnell offenbart, dass der beringte Rotstrumpf der Mann im Horst ist.

Sechs Stunden nach Vater Storch flog auch die Störchin ein

„Sechs Stunden nach ihm landete um 18.45 Uhr die Störchin auf dem Horst“, so Bärbel Kraemer und ergänzt, dass noch am selben Abend Storchenhochzeit gefeiert wurde.
Die gute Nachricht, dass die Störche wieder angekommen sind, wird sie wie im vergangenen Jahr an die Storchenschmiede in Linum weiterleiten, wo der Storch mit der Ringnummer HR17 2015 aus dem Ei geschlüpft und im Juni jenen Jahres beringt worden war.
Im August 2015 machte er sich mit seinen Nestgeschwistern dann auf den ersten Flug in Richtung Überwinterungsgebiet. Mit dem Abflug verlor sich damals die Spur von HR 17. Erst 1.766 Tage nach der Beringung erhielt die Beringungszentrale im Frühjahr 2020 wieder ein Lebenszeichen von ihm - und das kam mit der Meldung der Ringnummer von Bärbel Kraemer aus Schwanebeck.

Futter suchen, Horst ausbessern... bei Storchens gibt es viel zu tun

Adebar, der damit aus der Prignitz in den Hohen Fläming umgesiedelt war, hatten die Nachforschungen um seine „Person“ natürlich überhaupt nicht interessiert.
Wie im vergangenen Jahr hat er dieser Tage auch wieder wichtigeres zu tun und täglich ein volles Arbeitspensum. Außer der Futtersuche gibt es am Sommerquartier am Rand des Dorfes in Nähe des Gesundbrunnens viel zu tun. Ständig gibt es am Horst noch etwas auszubessern, werden Zweige angeflogen, um denselben weiter auszubauen.
In den kommenden Wochen und Monaten werden die Rotstrümpfe vermutlich noch für einige faszinierende Augenblicke sorgen. Von denen, so verspricht Bärbel Kraemer, soll in regelmäßigen Abständen berichtet werden. Sie verbindet damit zugleich die Bitte, Rücksicht auf die Störche zu nehmen. „Der Horst kann schließlich auch aus einiger Entfernung gut beobachtet werden.“