Mal wieder mit der liebgewordenen Wandergruppe wandern gehen. Mal wieder die Enkel und Urenkel bei sich zu Besuch haben dürfen. Mal wieder in geselliger Runde zum Karten spielen oder zum Kaffeeklatsch treffen können. Seit mittlerweile einem Jahr bleiben Wünsche wie diese unerfüllt. Während die Pandemie die jüngere Generation in Beruf und Familie vor viele zusätzliche Herausforderungen stellt, sind Senioren gezwungen, aus der Ferne zuzusehen.
Die gut gemeinten Worte - „Ihr gehört zur Risikogruppe. Bleibt zuhause“ - sind während dieser Zeit vermutlich auch die meistgehörten Worte für diese Altersgruppe geworden. Vielen lasten sie mittlerweile schwer auf der Seele.

Situation für Senioren in der Pandemie verschlimmert

Und obgleich Einsamkeit im Alter kein neues Phänomen ist, hat die Pandemie die Situation für viele Senioren und Pflegebedürftige massiv verschlimmert. Sie fühlen sich in eine noch stärkere Isolation gedrängt; dazu kommt Unsicherheit im Umgang mit der Pandemie. Es droht die Gefahr der Vereinsamung.
Hilfe aus der Einsamkeit zeigt der Verband Pflegehilfe auf - das Amt Niemegk unterstützt dabei. „Wir informieren seit vielen Jahren über das Thema Pflege auf unserer Homepage. Aber auch im Rathaus selbst liegt Informationsmaterial dazu“, erklärt Pressesprecherin Sophia Petzold. Sie ergänzt: „Der Verband Pflegehilfe bittet uns regelmäßig um Unterstützung. So auch mit der aktuellen Meldung: ‘Hilfe aus der Einsamkeit für Senioren’.“

Im Amtsgebiet Niemegk rund 1.440 Menschen über 63 Jahre

Wie wichtig die Thematik ist, zeigt der Blick in die Statistik. So leben im Amtsgebiet Niemegk - umfassend die vier Gemeinden Rabenstein/Fläming, Planetal, Niemegk und Mühlenfließ -  rund 1.440 Menschen, die über 63 Jahre oder älter sind. „Damit bildet die Zielgruppe Senioren einen prozentualen Anteil von rund 30,86 Prozent an der Gesamtbevölkerung im Amtsgebiet. Damit liegen wir auch über dem Bundesdurchschnitt“, so Sophia Petzold weiter.

Einsamkeit macht krank

Längst auch wissenschaftlich bewiesen ist, dass Einsamkeit krank macht. Doch was tun, wenn das soziale Miteinander bedingt durch die Pandemie nicht gelebt werden kann? Um die doppelte Gesundheitsgefährdung für Senioren und Pflegebedürftige zu senken, hat der Verband Pflegehilfe Tipps gegen Einsamkeit während der Corona-Pandemie zusammengestellt. „Diese Tipps sind nicht nur für Senioren interessant, sondern für alle Altersgruppen, die von Einsamkeit betroffen sind“, findet Sophia Petzold und ergänzt: „Daher kann eine Information zu einem solch wichtigen Thema nicht schaden. Gerade auch, weil man Pflegebedürftigkeit in jedem Alter findet.“

Wege aus der Einsamkeit

Und für die, die keinen Zugang zu den sozialen Medien haben, hier in Kürze die Expertentipps, die Wege aus der Einsamkeit aufzeigen können: Briefe schreiben verbindet; Frische Luft und Bewegung tun bei jedem Wetter gut; eine feste Tagesstruktur und Rituale wahren und feste Termine für (Video-)Telefonate pflegen.