Zwei Jahre lang hat das LandGut Lübnitz intensiv nach Gärtnern gesucht. Jetzt ist ein Team von drei Gartenexperten gefunden, sodass nach zweijähriger Pause der Neustart der „Solidarischen Landwirtschaft“ (Solawi) in Lübnitz beginnen kann.

Biogemüse für Erzeuger und Verbraucher

6.000 Quadratmeter Fläche sollen im kommenden Frühjahr bestellt und das über den Jahreslauf geerntete Biogemüse dann zwischen Erzeugern und Verbrauchern geteilt werden. Um letztere wird seit Anfang September intensiv geworben. Kürzlich auch im Rahmen eines Herbstfestes, zu dem die Hofgemeinschaft eingeladen hatte. Neben einem Solawi-Informationsstand gab es die Gelegenheit, an Ackerführungen teilzunehmen.

Führung mit Gärtnerin Sabine Michel

Wer sich zu einer solcher Führung aufmachte, konnte von der erfahrenen Gärtnerin Sabine Michel erfahren, was biodynamisches ackern bedeutet. Sie gehört zum Team der Gärtner und informierte zwischen den Führungen am Solawie-Informationsstand gemeinsam mit Kirsten Grover vom Vorstand der Hofgemeinschaft über das Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft.

Ausgewogene und gesunde Ernährung

Neben reichlich Infomaterial waren dort natürlich auch die Früchte des Herbstes ausgestellt. Mit Möhren, Kürbissen, Bohnen & Co. in Demeterqualität wurde verdeutlicht, dass der Jahreslauf eine Fülle von Gemüse für eine ausgewogene und gesunde Ernährung bietet.
Wer sich für eine Jahresmitgliedschaft in der Solawi-Gemeinschaft entscheidet, hat wöchentlich Anspruch auf solch frisches Biogemüse - direkt vom Acker. Die als Verbraucher bezeichneten Mitglieder können, so erklärt Kirsten Grover, zugleich bei den Planungen für die Ackerbestellung mitreden. Und sie sind gern gesehene Helfer bei Gartenaktionen, wenn zum Beispiel Unkraut gejätet werden muss; inklusive gemeinsamer Treffen und einem Austausch rund um Themen der Gemüseverarbeitung.

Führungen durch den alten Gutspark

Doch war nicht nur das Interesse an Informationen um die Solidarische Landwirtschaft auf dem LandGut Lübnitz groß, sondern auch an den angebotenen Führungen durch den alten Gutspark. Unter Leitung von Burckardt Heinrich konnte der Park erkundet werden. Das gut drei Hektar große Areal ließ Kunz von Lochow vor 100 Jahren für seine Gattin Editha, eine geborene von Brösigke aus Cammer, anlegen. Eine Reminiszenz an deren Geburts- und früheren Wohnort.

Verein engagiert sich um Erhalt

Heute sind der ehemals vorhandene Rosengarten verschwunden, sind ein Teich, der noch vor sechs Jahren einen Wasserspiegel hatte und seine Fließe trocken gefallen. Ein Verein kümmert sich um den Erhalt der Anlage. Das diese über Jahrzehnte verwilderte, ist noch gegenwärtig. Deutlich zu sehen sind aber auch die Bemühungen, das Kleinod wieder in einen ansehnlichen Park zurückzuverwandeln.

Märchenhafte Orte

Vielerorts sind Lesesteine aufgeschichtet, Sichtachsen sanft wieder sichtbar gemacht worden. Die geführte Tour durch den Park führte auch an einer alten Halbgrotte vorbei - ein märchenhafter Ort. Weiter ging es zum Grab Kunz von Lochows; seiner Ehefrau Editha, sie starb im Jahre 1954, blieb es verwehrt dort begraben zu werden. „1994 ist der Park unter Denkmalschutz gestellt worden“, erklärte Heinrich, während es an alten Buchen, Eichen und Fichten vorbeiging. Die Extremsommer der vergangenen Jahre haben dem Baumbestand arg zugesetzt. Da sind lichte Kronen in Laubbäumen und vertrocknete in Nadelbäumen - Zeichen der Klimakrise.

Ackerflächen bodenschonend und humusaufbauend bearbeitet

Am Rand der Parkanlage liegen wiederum die vom LandGut bewirtschafteten Ackerflächen. Das Ökossystem hat dort einen hohen Stellenwert. „Es wird bodenschonend und humusaufbauend gearbeitet“, erklärte Gärtnerin Sabine Michel.