Diese örtliche Nähe ist sonst nicht gegeben. Ausbildungen und Studien in München, in Schweden und Bremen. Meisterschülerin, Akademiebrief mit sehr gutem Erfolg, Diplom mit Auszeichnung,  Begabtenförderung, Nominierungen, Kunstförderpreis - die Vita liest sich wahrlich beeindruckend, fast einschüchternd. Berichtet die sympathische Frau mit Enthusiasmus und einem offenen Lächeln über die Entstehung ihrer Werke weicht die Schüchternheit. Der weibliche Körper steht im Fokus ihres Schaffens. Am Boden liegend, Schutz suchend, empor steigend, aufstehend, anmutig, Kraft schöpfend. Autobiografisch. Jahre später fanden die weiblichen Formen Ergänzung durch Paare im kleinen Format. Bronze ist ihr Material. Ein nicht unbedingt leicht zu verarbeitender Rohstoff. Kleine Figuren entstehen in Wachs, große, lebensgroße Figuren werden in Ton modelliert. Einzig den Arbeitsschritt des Bronzegießens gab sie, aufgrund gesundheitlicher Probleme, in fremde Hände. "Das Handwerk gab ich ab. Ich bin zu 200 Prozent Bildhauerin". Die Gestaltung der Oberfläche, eher als rau und grob zu bezeichnen, bietet einen Kontrast zur Feinheit der Figuren, der Gliedmaßen, der Positionen, der zu erahnenden Gefühle. An einem Werk ist sogar ein Fingerabdruck zu sehen. Bis zur Vollendung können mitunter Monate ins Land ziehen. "Und ja, es gibt auch Figuren, die nach dem Guss einfach verschwinden", so die 42-Jährige.
Die Ausstellung in den Galerieräumen auf der Burg Eisenhardt ist wahrlich einen Besuch wert. Eine bedeutende Künstlerin, die in renommierten Galerien ausstellt, sollte in ihrer Heimat weiterhin Beachtung finden. Die Vernissage war ein guter Anfang, sie war sehr gut besucht. Rund 140 Interessierte - ob diese nun Interesse an den Kunstwerken oder der Künstlerin hegten sei dahin gestellt, um mit Mundschutz und in kleinen Gruppen durch die Ausstellung geführt zu werden. Bis zum 13. September ist die "Zweite Bronzezeit" sonnabends und sonntags zwischen 13.00 und 17.00 Uhr zu besichtigen. Individuelle Termine können unter der Telefonnummer 0175/8213961 vereinbart werden. Wer die Künstlerin persönlich in der Galerie antrifft, kann sich auf einen ganz individuellen Rundgang freuen. "...und am allerliebsten die Taube in der Hand" wird dabei selbstverständlich eine Rolle spielen. Doch welche, das müssen die Galeriebesucher selbst herausfinden.