Kurz vor Jahresende zieht der Tourismusverband Fläming e.V. Bilanz. Deren Kernpunkte: Die statistischen Werte zu Übernachtungen und Gästeankünften lassen keine eindeutigen Aussagen über den Tourismus in der Reiseregion zu.
Eine neue Studie soll im kommenden Jahr Aufschluss über die Wirtschaftskraft des Tages- und Übernachtungstourismus geben. Außerdem: Wie Tourismusmarketing im Jahr der Corona-Pandemie und die Pläne für 2021 aussehen.

Dramatischer Rückgang bei Gästeankünften und Übernachtungen

Die am 15 Dezember 2020 veröffentlichten kumulierten Zahlen des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg zeigen, dass die Gästeankünfte (-42,1 Prozent) und Übernachtungen (-34,8 Prozent) im landesweiten Vergleich in der Reiseregion Fläming prozentual am zweitstärksten gesunken sind. „Das sind dramatische Zahlen, die jedoch nicht die gesamten Entwicklungen des Tourismus der Region im Coronajahr 2020 widerspiegeln“, so Daniel Sebastian Menzel, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Fläming e.V. Denn die im Fläming zahlreichen Übernachtungsbetriebe unter zehn Betten sowie die für die Region wichtigen Tagestouristen würden in dieser Auswertung nicht erfasst.

Verband holt Stimmbilder seiner Mitglieder ein

Deswegen hat der Verband regelmäßig Stimmungsbilder bei seinen Mitgliedern eingeholt. Dadurch hätte man wichtige Erkenntnisse gewinnen können, konstatiert Daniel Sebastian Menzel: „So wissen wir zum Beispiel, dass das Pandemiegeschehen und erlassene Verordnungen besonders die größeren Hotels stark getroffen haben, Ferienhäuser und -wohnungen wiederum besser durch die Zeit gekommen sind.“ Ein Blick auf die Karte der Reiseregion zeigt: Gerade Unterkünfte mit vielen Betten liegen eher im Speckgürtel der Reiseziele Berlin oder Potsdam. Hier kommen in der Regel häufig Geschäfts- und Gruppenreisende unter – beide Kategorien sind in diesem Jahr selten gereist. Trotz Corona: Touristiker/innen der Region haben den Mut und Optimismus noch nicht verloren. „Die Betriebe haben in den letzten Monaten Kreativität und Flexibilität bewiesen, schnell umgedacht und innovative Neuerungen umgesetzt, um auch im kommenden Jahr für ihre Gäste da zu sein“, erklärt Daniel Sebastian Menzel.

Tagestourismus sehr wichtig für die Region

In den Sommermonaten gab es Tage, an denen beliebte Ausflugsziele wie die Flaeming-Skate, Beelitz-Heilstätten mit Baumkronenpfad und Barfußpark an ihre Belastungsgrenze kamen oder Wanderwege im Hohen Fläming spürbar mehr als sonst frequentiert wurden. Dies ist ein Indiz dafür, dass Berlin auch in diesem Jahr ein wichtiger Quellmarkt für den Fläming als Tages- und Kurzreisedestination war. Um die Bedeutung des Tourismus näher zu beleuchten, wurde gemeinsam vom Tourismusverband sowie den Landkreisen Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming eine Studie zum „Wirtschaftsfaktor Tourismus“ beauftragt. Die Ergebnisse werden Anfang 2021 veröffentlicht. „Es zeichnet sich heute schon ab, dass der Einzelhandel in der Reiseregion eine Schlüsselrolle beim Tagestourismus spielt“, führt Daniel Sebastian Menzel aus.

Verbandsarbeit 2020: Keine Messen, (Online-) Kommunikation im Fokus

Corona und die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus haben auch die verbandsinterne Arbeit stark beeinflusst: Sonderwebseiten für Gäste und Gastgeber wurden von einem Krisenteam des Tourismusverbandes aufgebaut und bis heute gepflegt. Messeauftritte und Gruppenevents wie Bloggercamp und Pressereise mussten abgesagt werden, stattdessen gab es eine virtuelle und echte #flämingausstellung mit Bildern regionaler Botschafter. Die Social Media-Initiative #flämingzuhause brachte Inspiration aus der Region zwischen März und Juni direkt in die Wohnzimmer der Internetnutzer. Außerdem wurden gemeinsam mit einzelnen Städten und Gemeinden vorhandene Tourismuspotenziale analysiert. Besonders erfreulich im Krisenjahr: Kleinmachnow und Stahnsdorf haben sich für eine kommunale Mitgliedschaft im Tourismusverband entschieden.

Neue Ansätze für das Marketing in 2021

Der Tourismusverband Fläming e.V. möchte auch im neuen Jahr seine Mitglieder und Partner mit aller Kraft unterstützen. Dafür wird schon kräftig an der neuen Broschüre „Reiseplaner“ mit dazugehöriger Reisekarte gefeilt. Außerdem werden erste Pläne für begleitende Maßnahmen zur Landesgartenschau in Beelitz im Jahr 2022 entwickelt. Ferner wird es im Frühjahr 2021 eine Neustartkampagne geben, die persönliche Geschichten einiger Fläminger Touristiker erzählt und Lust machen soll auf einen Besuch in der Region zwischen Berlin, Leipzig und Elbe.