Im Verlauf des Jahres sollen alle 16 Angestellten des bislang in Bergholz-Rehbrücke in der Gemeinde Nuthetal ansässigen Instituts ihre Arbeit in die Kur- und Kreisstadt aufgenommen haben. Aktuell werden Labore und Büros eingerichtet. Der Bad Belziger Bierbrauer Norbert Eggenstein, der seit 2016 zugleich Geschäftsführer des ILU ist, kündigt an, dass die Mitarbeiterzahl bis zum Jahresende auf insgesamt 20 Stellen wachsen wird.
Dass die Anmietung des Obergeschosses kurze Zeit nach dem Auszug der Jugendfreizeiteinrichtung reibungslos gelang, bezeichnet Eggenstein als "glücklichen Umstand" und wertet diesen wiederum als "Keimzelle".
Derzeit werden Pläne geschmiedet, wie die Entwicklung des ILU in Bad Belzig prosperieren könnte. Der Umzug des Instituts in den ländlichen Raum ist beispielsweise Voraussetzung für Fördermittel aus der Europäischen Union und des Landes - sie fließen jedoch nur, wenn das Domizil einen kommunalen Vermieter hat. Deshalb laufen Gespräche mit dem Landkreis Potsdam-Mittelmark und der Kommune als Eigentümerin des Hauses, die dasselbe verkaufen will.
In dieser Folge debattierten die Mitglieder des städtischen Wirtschaftsausschusses kürzlich die weitere Vorgehensweise. Tobias Paul (CDU) dazu: "Um die dauerhafte Ansiedlung dieser wissenschaftlichen Einrichtung zu ermöglichen und damit hochqualifizierte Arbeitsplätze nach Bad Belzig zu bringen, setzen wir uns für den Verkauf des ehemaligen Pogo-Gebäudes an den Landkreis Potsdam-Mittelmark ein." Paul sieht durch die Ansiedlung des Forschungsinstituts die wirtschaftliche Entwicklung der Kur- und Kreisstadt unterstützt. In dieser Folge sprachen sich die Ausschussmitglieder für die Erarbeitung eines Wertgutachtens als Grundlage für den Verkauf aus.
Geht das Objekt letztendlich an den Landkreis, könnten weitere Pläne verwirklicht werden.
Nach Eggensteins Aussage ist ein Institutsneubau in Nachbarschaft zur alten Villa angedacht. Der würde wiederum den 20 ILU-Forschern beste Arbeitsbedingungen bieten. Die Villa hingegen könnte dann vom Team des Technologiezentrums Teltow GmbH (TZT) bezogen werden, die für die Wirtschaftsförderung verantwortlich zeichnet. Im TZT ist vor Jahresfrist das Technologie- und Gründerzentrum "Fläming" (TGZ) aufgegangen.