Achim Liesecke aus Brück/Ausbau verlor ein Schaf an den Wolf verlor. Der Ärger über den Vorfall sitzt bei ihm noch immer tief - und Angst den überlebenden Tieren der Heidschnuckenherde im Genick.

Wolfsangriff in der Nacht

Geschehen war der Wolfsangriff mitten in der Nacht. Weder er, noch Pensionsgäste - Liesecke betreibt in Brück die Pension „Am Schlossbusch“ - hatten in der betreffenden Nacht ungewohnte Geräusche gehört. „Als ich am morgen dann die Tiere füttern wollte, habe ich gleich gemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt. Sonst kommen mir die Schafe immer gleich entgegen“, so Liesecke. Seine Schafe entdeckte er dann dicht gedrängt an dem zur Straße grenzenden Zaun. Am gegenüberliegenden Ende der Weide, im hintersten Bereich des Gartens der an die Landesforst grenzt, fand Liesecke dann die Überreste des fehlenden Schafes. Die Eingeweide waren herausgerissen, das Tier angefressen.

Tierhalter unzufrieden mit Ordnungsamt

Die überlebenden Tiere wurden sofort abgesperrt, der Vorfell gemeldet. Als mit der Situation „überfordert“ beschreibt der Tierhalter noch Tage nach dem Ereignis das Brücker Ordnungsamt. Über den zuständigen Jagdpächter erbat er den Telefonkontakt zum Rissgutachter. Der traf am späten Nachmittag in Brück ein. „Im Gespräch erfuhr ich, dass es für ihn und seine Kollegen an jenem Tag viel zu tun gab. Sie hatten sechs Vorfällen nachzugehen“, berichtet er.

Liesecke sieht Wolfsmanagement des Landes kritisch

Eine Zahl, die für Liesecke Beleg genug ist, das Wolfsmanagement des Landes kritisch zu sehen. „Ich mache dem Wolf keinen Vorwurf. Er ist ein Raubtier. Aber mit dem Wolfsmanagement kann etwas nicht stimmen. Die Wölfe vermehren sich doch rasant.“
In diesem Zusammenhang berichtet er, dass drei Wölfe in der Nacht nach dem Vorfall abermals hinter dem Zaun standen. „Ich wollte vor dem Zubettgehen noch einmal nach meinen Schafen sehen“, so Liesecke  - dabei wurde er von den drei Augenpaaren beobachtet. Der Brücker trat den Rückzug an und war erleichtert, die Herde am nächsten Morgen unversehrt vorzufinden.

Tierhalter erschüttert über den Verlust

„Wenn handzahme Tiere von einem Raubtier zerfetzt vor einem liegen, dass macht was mit einem. Es ist schlimm. Passiert es noch einmal, schaffe ich die Schafe ab“, so der Pensionswirt, der seit 15 Jahren Heidschnucken hält.
Nach der Begutachtung durch den Rissgutachter wollte Liesecke die Überreste des Schafes nicht einfach vergraben. Seine Bemühungen, von Behörden Kontaktadressen zu Abdeckereien zu erhalten, waren nach seiner Aussage ergebnislos. Erst über einem Bekannten erhielt er einen helfenden Hinweis. Am Freitag Mittag wurde der Kadaver dann von einer Fachfirma abgeholt. „Es wäre gut, wenn die Rissgutachter solche Informationen über Entsorgungsmöglichkeiten von  gerissenen Tieren weitergeben würden“, so Liesecke.

Hund anschaffen, Zaun bauen

Mit Blick auf Lotti, ein im Frühjahr mit der Flasche aufgezogenes Schaf, will sich der Brücker wieder einen Hund anschaffen. Der im Fall des Falles warnt. Und er wird sein Grundstück verkleinern - ungewollt. „Ich werde ein paar Meter von der Grundstücksgrenze zurückgesetzt einen neuen Zaun bauen“, so der Pensionswirt. Er erklärt, dass Isegrim auf der Jagd nach dem Schaf nicht die drei mit Stromlitzen gesicherten Zaunseiten überwand, die Liesecke gebaut hat. Vielmehr verschaffte er sich Zutritt zum Gehöft, in dem er den Maschendrahtzaun der Landesforst durchbrach, der an das Grundstück grenzt. Verärgert sagt er: „Jetzt muss ich einen Zaun ziehen, weil die Forst ihren nicht in Ordnung hält. Bis er fertig ist, werde ich wohl jeden Abend mit Angst um die Schafe einschlafen“, so der Brücker Pensionswirt verärgert.