Die Zahl der Einsätze liege im Schnitt der Vorjahre, sagt Amtswehrführer Ingo Köhler, rund 50 seien es immer im Jahr. In den vergangenen Tagen sind vor allem Einsätze aufgrund des Unwetters dazugekommen, also umgebrochene Bäume oder abgefallene Äste. Der einzige Großbrand in Falkenberg-Höhe war das Feuer in einem Kiosk am Gamengrund am 16. Mai. Zudem halfen die Amtswehren bei dem Scheunenbrand in Schiffmühle am 16. Juni. Viele der Einsätze sind Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen. Durch das Amt verlaufen drei Bundesstraßen, auf denen viel passiert, die B 158, die B 167 und die B 168. "Das ist normal. 70 Prozent unserer Arbeit besteht aus technischer Hilfeleistung bei Unfällen, abgeknickten Bäumen oder Ölspuren. Nur 30 Prozent sind Brandeinsätze", sagt Amtswehrführer Ingo Köhler.
Allein zu acht Verkehrsunfällen wurden die Amtswehren in diesem Halbjahr gerufen, sagt der stellvertretende Amtswehrführer Robert Müller. Schwerpunkt der Unfälle sind die Platzfelder oder auch die Freudenberger Kreuzung. Immer, wenn sie gerufen wurden, konnten die Wehren ausrücken, so Ingo Köhler.
"Wir sichern die Bundesstraßen ab, ohne zusätzliche Unterstützung zu bekommen", sagt Ingo Köhler. Dies habe die Amtswehrführung zuletzt auch bei einem Besuch im Potsdamer Landtag bei Politikern besprochen. Die Amtswehrführung bemüht sich, wieder mehr mit dem Kreis zusammenzuarbeiten. So treten die Feuerwehren wieder bei Kreismeisterschaften an, mit guten Ergebnissen, die Mädchen holten zuletzt einen zweiten Platz. "Das begeistert auch Jugendliche, sich einmal mit anderen zu messen", so Köhler. Die Entwicklung der Jugendwehr ist positiv, da gibt es Zuwachs. Rund 70 Jugendliche sind in den Jugendwehren auf den Dörfern dabei. "Schön ist auch die Entwicklung des Frauenanteils", so Köhler. 23 aktive Feuerwehrfrauen gibt es. "Sie sind eine große Stütze. Wenn eine Frau etwas macht, macht sie es richtig."
In Leuenberg gibt es die meisten aktiven Mitglieder. Sorgen bereitet die Wehr in Wölsickendorf, hier gibt es nur wenig aktive Mitglieder. Man rede seit Jahren darüber, ob man den Standort aufgebe, sagt Köhler. In Zeiten knapper Kassen müsse man das wirtschaftlich sehen. "Dabei ist uns klar, dass bei einer Schließung auch Ortskenntnis, Leute und das Leben auf dem Dorf vor Ort verloren gehen", so Köhler. Er sei froh, dass noch niemand sie dazu zwinge.
Wenn es jahrelang bei einer Feuerwehr keinen positiven Trend gebe, müsse man auch einmal einen Stützpunkt schließen. Es ist die Zukunft, um die sich die Amtswehrführung viele Gedanken macht. Die sinkenden Einwohnerzahlen spürt natürlich auch die Feuerwehr, zum einen wird sie weniger gebraucht, zum anderen findet sie immer weniger Mitglieder. Es muss zusammengelegt und zusammengearbeitet werden. Man brauche nicht mehr überall die riesigen Fahrzeuge, wenn gar nicht genug Leute da seien. Und ein großes Fahrzeug koste einen viel höheren Unterhalt. "Früher war es so, bei einem Brand im Dorf kommt die Feuerwehr des Dorfes", so Köhler. Das gehe heute gar nicht mehr. Da müsse auch ein Umdenken gegenüber DDR-Zeiten stattfinden. Heute werde bei einem Feuer das halbe Amt alarmiert. Deshalb sei ein neues Fahrzeugkonzept erstellt worden, um durch Umsetzung der Fahrzeuge das optimale Ergebnis für alle zusammen herauszuholen.
Dem Wehrführer war dabei vor allem wichtig, die drei alten W50 auszusondern, weil sie nicht mehr den modernen Sicherheitsvorschriften entsprechen, sie sind ohne ABS und Gurte, zudem können sie junge Leute kaum fahren.
Die Umsetzung des langwierig ausgehandelten Fahrzeugkonzepts stockt gerade, nachdem der letzte Amtsausschuss den Kauf eines geplanten großen Fahrzeugs, ein gebrauchtes, abgelehnt hat. Die Möglichkeiten einer Förderung für ein neues Fahrzeug sollen ausgelotet werden. Die Chance darauf hält Ingo Köhler aber für klein.
Der neugewählte Amtsausschuss von Falkenberg-Höhe wird sich wieder mit dem Thema befassen. Die Gerätehäuser im Amt seien soweit fertig, sagt Robert Müller. Nur in Leuenberg nicht, da werde ein ganz neues Gerätehaus benötigt. Der Umbau lohne nicht, unter anderem, weil die Pfeiler zu eng zusammenstehen. Ein Umbau würde genauso teuer wie ein Neubau werden, es geht um rund 200 000 Euro. Den Neubau würde man vielleicht aufgrund des neuen Fahrzeugs noch einmal verschieben müssen.
Als Erstes habe man sich um die Schutzausrüstung der Feuerwehrleute gekümmert, diese seien nun bei allen auf dem modernen Stand.
"Das ist ja auch das Wichtigste, dass die Kameraden während eines Einsatzes geschützt sind", sagt Robert Müller. Insgesamt schauen die beiden positiv in die Zukunft. Vor allem die Zusammenarbeit mit dem Amtsdirektor sei sehr gut, heben sie hervor. Das klappe in anderen Ämtern weit weniger gut.