Kulisse für Nachkriegszeit

"Die Räume hier im Berg-Schmidt-Hof sind ideal für die Szenen, die in der Nachkriegszeit spielen" sagt Filmenacher Mario Nieswandt. "Es ist toll, dass jemand so etwas noch bewahrt." Das Mobiliar im Berg-Schmidt-Hof dient als Kulisse für Lebensverhältnisse in der Nachkriegszeit. Tobias Voigt, Vorsitzender des Vereins "Zeitreise Seelower Höhen", der die Produktion angeschoben hat und intensiv begleitet, freut sich über die Zusammenarbeit mit dem Oderbruch-Museum. Für andere Filmproduktionen werden solche Kulissen in Potsdam-Babelsberg eigens angefertigt. Doch dafür hat der Verein kein Geld.
Bei dem Film handelt es sich um ein Dokumentationsdrama mit dem Titel "Warum ich – Wolf  D. Kroll". Der Streifen, der im Kino gezeigt werden soll,  erzählt von den Erinnerungen des Kriegsveteranen Wolf Dietrich Kroll, der im Frühjahr 1945 mit 17 Jahren in die größte Schlacht auf deutschem Boden am Ende des Zweiten Weltkrieges gerät. Als Fallschirmjäger erlebt er vor den Seelower Höhen einen aussichtslosen Kampf gegen die übermächtige Rote Armee. Während zehntausende Soldaten auf beiden Seiten sterben, ist Kroll einer der wenigen Überlebenden. Auf der Heimreise nach Schwerin gerät er in die Kämpfe um Berlin, die er ebenfalls überlebt.
Der heute 92-Jährige hat seine Lebensgeschichte Tobias Voigt und Enrico Holland vom Verein Zeitreise Seelower Höhen erzählt. In Auftrag des Landkreises, Eigentümer der Gedenkstätte Seelower Höhen, erweckt der Verein das Museum zum Leben.
"Jugendliche sind heiß darauf zu erfahren, was damals geschah", weiß Tobias Voigt aus Erfahrung. Aber Erzählungen alleine und lange Tafeln zum Lesen, erreichen die jungen Menschen nicht mehr. Deshalb wolle der Verein mit modernen Mitteln an Jugendliche herankommen. Eines davon sei der Film. Nieswandt zeichnete das Interview mit Wolf Dietrich Kroll auf. Doch um dem gesprochenen Wort mehr Nachdruck zu verleihen, schlug er dem Verein vor, den Film durch eingespielte Szenen plastischer zu gestalten.

Schützengraben nachgebaut

"Wir haben an einem Originalschauplatz einen Schützengraben nachgebaut", berichtet Tobias Voigt, der zusammen mit Enrico Holland darauf achtet, dass die Darstellung so originalgetreu wie möglich ist. "Wer im Schützengraben liegt, hat keine saubere Uniform und auch keine sauberen Fingernägel", sagt Voigt. Zudem sei Kroll Fallschirmjäger gewesen und habe eine ganz andere Uniform getragen als die Infanteriesoldaten. Rath habe bei der Bundeswehr gedient und sein Gewehr so gehalten, wie er es dort gelernt hat, nämlich mit dem Lauf nach unten. Bei der Wehrmacht hätten es die Soldaten dagegen immer wie im Angriff gehalten. Auf solche Feinheiten achten die beiden Vereinsvorsitzenden, damit der Film nichts an seiner Authentizität verliert.
Kroll schoss damals auf russische T34-Panzer. Einen solchen, der auch noch fährt, fanden die Filmemacher in Dresden. "Man muss das Rasseln der Ketten hören", sagt Voigt. Ein weiterer Schauplatz wird der Bahnhof in Sternebeck sein. Dort spielt die Verlegung von Kroll per Bahn nach Seelow. "Der Eisenbahnverein Sternebeck hat zwei Güterwagen und zwei Lokomotiven dieser Zeit", berichtet der Vereinsvorsitzende.